„Theater am Meer“ bringt 2017/2018 Musikrevue und viel Neues

WILHELMSHAVEN | PRESSEMELDUNG | THEATER AM MEER | 26. Juni 2017 

„Theater am Meer“ bringt 2017/2018 Musikrevue und viel Neues

Theaterschule mit Gewinner Karl-Mahnke-Preis „Fastbunnen“

„Lifting oder ut oolt maakt jung“ von Pierre Chesnot war in der letzten Spielzeit das besucherstärkste Stück. Mit „Bi mi to Huus, Klock fief?“, ebenfalls von Chesnot, wird die neue Spielzeit eröffnet. Auf dem Bild eine Szene aus „Lifting“ mit (v.l.) Christel Dörnath und Heidi Strowik. - Foto: TaM

Auf der Jahreshauptversammlung des Theaters am Meer präsentierten Marion Zomerland und Arnold Preuß – wie in den vergangenen 14 Jahren - den Spielplan 2017/18. Er enthält ausschließlich Novitäten, die zum Teil als Uraufführung, Niederdeutsche Erstaufführung oder erstmalige Aufführung gespielt werden. Bei den Regisseuren wird auf Kontinuität gesetzt, so dass neben Arnold Preuß wieder drei Berufsregisseure verpflichtet wurden. Nina Arena aus Bremen und Philip Lüsebrink aus Hamburg. Hinzu kommt mit einem Heimspiel aus Wilhelmshaven Elke Münch. „Die letzten Jahre haben gezeigt, dass unser Publikum sich gerne mit neuen Stücken und interessanten Themen auseinandersetzt. Neben einem breiten Angebot an Unterhaltungsstücken sind auch ab und an ernstere Töne gerne gesehen“, sagt Bühnenleiter Arnold Preuß. „Wir werden diese bewährte Spielplanausrichtung weiter beibehalten und darüber hinaus erstmals wieder eine musikalische Produktion ins Programm nehmen“, betonte er. „Richtig glücklich sind wir, dass am Ende der Spielzeit ein ganz besonderes Stück mit Mitgliedern der Theaterschule als Welturaufführung herauskommt“, freut sich Marion Zomerland, die nach wie vor für die Leitung der Theaterschule verantwortlich ist.

Bi mi to Huus, Klock fief?
Die nächste Spielzeit 2017/2018 startet am 16. September mit der Niederdeutschen Erstaufführung der Komödie „Bi mi to Huus, Klock fief?“ von Pierre Chesnot. Arnold Preuß, der das Stück in die niederdeutsche Sprache übersetzt hat, wird die Eröffnungspremiere inszenieren. Das Stück schildert die amourösen Abenteuer der beiden Singles Selina und Jan-Malte, die beide - ihres Junggesellendaseins überdrüssig - auf der Suche nach einem Ehepartner sind. Eigentlich müssten sie gar nicht in die Ferne schweifen, denn sie wohnen im selben Hochhaus. Doch bis sie sich am Ende eher zufällig finden, haben sie recht aufregende Situationen zu bestehen. Sowohl Jan-Malte als auch Selina erproben nacheinander sechs verschiedene Frauen bzw. Männer auf ihre Ehetauglichkeit, ohne den jeweils richtigen Partner bzw. die richtige Partnerin zu finden.

Post ut Talamone
Es folgt am 11. November eine weitere Uraufführung mit der niederdeutschen Fassung der mehr oder weniger romantischen Komödie „Post ut Talamone“ von Frank Pinkus, die wiederum von Arnold Preuß übersetzt wurde. Inszenieren wird zum zweiten Male die Profiregisseurin Nina Arena. Es könnte eine ganz einfache Liebesgeschichte sein. Ellen und Tom, beide so um die 50, lernen sich im Urlaub kennen – in Talamone, irgendwo am Mittelmeer, unter südlicher Sonne. Aber sie sind sich so gar nicht sympathisch. Ellen verschanzt sich hinter ihren treffsicheren Sticheleien, und Tom ist wesentlich mehr an der deutlich jüngeren Ulli interessiert. Erst langsam erfährt der Zuschauer, dass hier eine ganz andere Art von Spiel gespielt wird…Eine kluge Komödie, die ebenso die leisen Töne wie die boulevardesken, situationskomischen Momente miteinander verbindet.

In Hamborg sünd de Nachten lang
Dem Wunsch vieler Zuschauer nach einem Musical kommt das Theater am Meer am 20. Januar mit der Uraufführung der maritimen Musikrevue „In Hamborg sünd de Nachten lang“ nach. Berufsregisseur Philip Lüsebrink schrieb dazu die Texte und hat die Liederauswahl getroffen. Es darf sich auf schöne Melodien und Geschichten aus Hamburg und der großen weiten Welt, von der Seefahrt und der Waterkant gefreut werden. Die bekannten Hafen- und Seemannslieder wie "Mein Mann, der fährt zur See", "Junge, komm bald wieder", "Dat Paddelboot", "Das ist die Liebe der Matrosen", "La Paloma", „Wir waren alle einmal Buttjes", natürlich "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" und und und…sind zum Genießen. Geboten wird ein vergnüglicher Abend, der zum Mitsingen animiert. Willkommen im vielleicht berühmtesten Hafen der Welt…un natürlich allns op platt!

Bella Donna
Den Spielzeitabschluss im Abendspielplan gibt am 17. März die erstmalige Wilhelmshavener Aufführung von Stefan Vögels Silvester-Kriminalkomödie „Bella Donna“, die Arnold Preuß inszeniert und für die Gerd Meier die niederdeutsche Übersetzung fertigte. Bei der prominenten Kochbuchautorin Carmen haben selbst Männer ein Ablaufdatum in diesem Fall: von zwei Jahren. Alle zwei Jahre an Silvester tauscht Carmen den alten gegen einen neuen Mann aus. Nach einem speziellen Kräutermix für erotische Höhenflüge werden sie schon vor den ersten Abnutzungserscheinungen mittels Belladonna ins Jenseits befördert. Diesmal erliegt Bernie dem finalen Charme der unwiderstehlichen Serienmörderin. Doch Carmens Zeitplan gerät durch den unerwarteten Besuch ihrer Tochter samt zukünftigem Bräutigam und Schwiegerpapa durcheinander. Der „tote“ Bernie ist mit einem Mal wieder putzmunter, und Carmens neuer Lover Martin gibt zusätzlich Rätsel auf. Bei Stefan Vögels komödiantischem Silvesterkrimi knallen nicht nur die Champagnerkorken. Die Männer liegen flach und die Damen jubeln! Ein Mordsspaß und eine Bombenrolle für ein "Mordsweib"!

Fastbunnen
Zum Abschluss der Spielzeit bietet am 25. Mai die Theaterschule des Theaters am Meer einen ganz besonderen Leckerbissen, nämlich die Welturaufführung des preisgekrönten Dramas „Fastbunnen“ von Felix Borchert. Das Stück wurde 2012 mit dem erstmals vergebenen Karl-Mahnke-Theaterpries ausgezeichnet. Die Theaterschule freut sich, das Drama mit einem Teil des jungen Ensembles umsetzen zu können. Regie führt Elke Münch, die bekanntermaßen für besondere Stoffe ein besonderes Händchen hat. Auf der Bühne begegnet uns eine junge Frau. In Ketten gelegt. Sie hat Schuld auf sich geladen und muss sterben. Doch dies ist nur das Ende der Geschichte, langsam rollt sich das, was geschehen und getan wurde, vor dem Zuschauer in einer Rückblende auf. Was hat sie getan? Ist Schuld in diesem Fall überhaupt eine geeignete Kategorie? Wie konnte es vielmehr zu den Geschehnissen kommen? Ist sie am Ende sogar ein modernes Gretchen? Nein, das wäre dann doch zu einfach... Der Autor spielt gekonnt mit den Erwartungshaltungen des Publikums, um sie gleich darauf wieder aufzubrechen und es wieder ins Ungewisse zu stoßen. Das Stück nähert sich der Figur mit Mitteln des absurden Theaters, sein Erzählen ist assoziativ und am Schluss bleibt viel Raum für Interpretation und Fragen, die den Zuschauer auch nach dem Theaterabend auf eine Gedankenreise mitnehmen.