THEATER AM MEER in Spielzeit 2018/19 mit drei neuen Stücken und einem Klassiker

WILHELMSHAVEN, 22. Juni 2018

NIEDERDEUTSCHE BÜHNE neuer Spielplan humorvoll, nostalgisch, emotional und musikalisch

THEATER AM MEER in Spielzeit 2018/19 mit drei neuen Stücken und einem Klassiker

„Bella Donna“ war das erfolgreichste Sprechtheaterstück des Theaters am Meer seit Einzug in das Schauspielhaus Kieler Straße 63 (v. l.) Yannik Marschner, Sontka Zomerland - FOTO: TaM, A.Preuß

WILHELMSHAVEN – Auf der kürzlich abgehaltenen Jahresversammlung des Theaters am Meer wurde der neue Spielplan für die Theatersaison 2018/19 im kleinen Schauspielhaus an der Kieler Straße vorgestellt. Arnold Preuß (Theaterleiter) und Marion Zomerland (künstlerische Beraterin) präsentierten dem Ensemble ihren 15. gemeinsam erstellten Spielplan. Er werde humorvoll, nostalgisch, emotional und musikalisch sein und bestehe aus drei im Niederdeutschen neuen Stücken und der Wiederaufführung eines Klassikers, so Theaterbaas Arnold Preuß.

Man habe für zwei Regiearbeiten Profiregisseure ans Haus verpflichtet, während zwei Produktionen in den Händen der bühneneigenen Regisseure Marion Zomerland und Arnold Preuß liegen. Der Hamburger Philip Lüsebrink und der Oldenburger Ulf Goerges arbeiten beide zum dritten Mal am Theater am Meer. Sie genießen in der niederdeutschen und hochdeutschen Theaterwelt einen guten Ruf, so Preuß.

„Die letzten Jahre haben gezeigt, dass unser Publikum sich gerne mit neuen Stücken und interessanten Themen auseinandersetzt. Wir haben diese verlässliche Ausrichtung auch im neuen Spielplan beibehalten und sind froh, wieder eine eigene musikalische Produktion der hauseigenen Autorin Marion Zomerland ins Programm nehmen zu können.“

Dat Wunner van San Miguel
Die Spielzeit 2018/19 startet am Sonnabend, 15. September 2018 sehr humorvoll mit der Komödie „Dat Wunner van San Miguel“ (Das andalusische Mirakel) von Lars Albaum und Dietmar Jacobs. Die Niederdeutsche Fassung stammt von Felix Borchert und Marion Zomerland zeichnet für Regie und Bühnenbildentwurf verantwortlich.

In einem verschlafenen Nest in Andalusien erleidet Klodeckelfabrikant Hubertus Heppelmann eine Autopanne. Ausgerechnet jetzt – ist er doch auf dem Weg, seinen in Urlaub befindlichen Anwalt aufzusuchen: Nachdem ihm seine Frau in der Wut ein Frühstücksei auf dem Kopf aufgeschlagen hat, will er noch heute seine Scheidung einreichen!

Unglücklicherweise ist gerade großer Feiertag in San Miguel, man feiert den 100. Jahrestag des „Wunders von San Miguel“, bei dem angeblich ein Schwein und ein Rind ihre Körper tauschten. Da Heppelmanns Auto anlässlich des hohen Feiertags so schnell nicht repariert wird, muss er im Ort übernachten. Leider sind alle Zimmer ausgebucht. So kommt es, dass er das Zimmer ausgerechnet mit der naiv-flippigen Studentin Nelli teilen muss. In kürzester Zeit geraten die beiden aneinander, und als sie nicht nur verbal zusammenstoßen, geschieht das Unglaubliche: Das „Wunder von San Miguel“ hat sich wiederholt! Nelli findet sich in Hubertus Körper wieder, der nun eine junge Frau ist. Und damit nicht genug, Nellis Freund und Hubertus Ehefrau tauchen auf...

Op Düvels Schuuvkaar
Das zweite Stück der Spielzeit bringt ein nostalgisches Wiedersehen mit einem Klassiker aus der guten alten Ohnsorg-Theaterzeit: Die Komödie „Op Düvels Schuuvkaar“ von Karl Bunje hat Premiere am Sonnabend, 10. November 2018 in der Regie und im Bühnenbildentwurf von Arnold Preuß.

Das Nachkriegsdeutschland ist nicht nur durch Lebensmittelmarken und alliierte Zonenaufteilung gekennzeichnet, sondern auch durch riesige Flüchtlingsströme, illegalen Schwarzmarkthandel und ebensolche Schwarzbrennereien. Viele Menschen haben diese „verteufelten Zeiten“ längst vergessen. Wir wollen mit diesem Klassiker die Zeiten unterhaltsam wieder lebendig werden lassen. Knecht Jan und Magd Taline bewirtschaften den Herkenhof mit Hilfe des Flüchtlingsmädchens Marie. Jungbauer Heiko, desillusioniert aus dem zweiten Weltkrieg heimgekehrt, brennt lieber Schnaps, macht Schwarzmarktgeschäfte und treibt sich mit der leichtlebigen Helga, der Tochter des Dorfpolizisten Fiet Hillen, herum. Sie würde ihn gerne heiraten, scheut aber die Arbeit in der Landwirtschaft. Dabei müsste dringend der Kuhstall ausgemistet und der Weidezaun repariert werden.

Als Fiet eine Totalrevision ankündigt, verlegen Heiko und Jan die Schwarzbrennerei in einen Alkoven, den sie durch einen Schrank betreten. Nun kann das Geschäft in großem Stile betrieben werden, während der Hof völlig zu verkommen droht. Von Taline in die Enge getrieben, verspricht Heiko, diejenige Frau zu heiraten, die ihm den Stall ausmistet. Er ahnt nicht, welche Probleme er sich damit an den Hals schafft.

Wer hett Angst vör Virginia Woolf…?
Das neue Jahr bringt am Sonnabend, 19. Januar 2019 die Premiere eines Meisterwerkes. Denn genau diesen Ruf genießt Edward Albees Stück „Wer hett Angst vör Virginia Woolf…?“, das Arnold Preuß für die erste Aufführung im Theater am Meer ins Niederdeutsche übersetzt und bei der Ulf Goerges Regie führt und das Bühnenbild konzipiert.

Das Ehepaar Schorsch und Martha kommt angetrunken von einer Feier an der Hochschule nach Hause. Martha, deren Vater dort Dekan ist, eröffnet ihrem Mann, dass sie noch Gäste erwartet - Nick und seine Ehefrau „Söten“. Vor ihren zunächst schockierten Gästen setzen Martha und Schorsch die Szenen eines seit Jahren andauernden Ehekrieges fort. Nick und seine Frau werden bald aus ihrer Zuschauerrolle gerissen und voll in den Konflikt der Gastgeber einbezogen. Sie müssen Stellung beziehen. Als Nick und „Söten“ am Ende aufbrechen, bleiben Martha und Schorsch ausgelaugt zurück - vielleicht besteht die Chance auf einen neuen Anfang.

Das Stück wird als großes leidenschaftliches Theater gefeiert: „Es hat die Leidensgröße eines griechischen Dramas, wildesten Humor und düsteren Glanz. – eben ein Meisterwerk! Ja, und wer erinnert sich nicht an den großartigen Film gleichen Namens mit Elizabeth Taylor und Richard Burten.

Ik mutt gar nix!
Marion Zomerland hat dem Ensemble des Theaters am Meer mit „Lüttstadtrevier“ und „Dat Meer-Hotel“ zwei erfolgreiche musikalische Produktionen direkt auf den Leib geschrieben. Für diese Spielzeit hat sie ein neues Musical konzipiert; wieder passgenau auf das Ensemble. Die Uraufführung von „Ik mutt gar nix!“ findet in der Regie und musikalischen Leitung von Philip Lüsebrink am Sonnabend, 16. März 2019 statt.

Das Musical spielt in einer freudlosen Seniorenresidenz, in der die Bewohner als „Insassen“ abgetan werden. Das Pflegepersonal behandelt sie lieblos, stellt sie am liebsten ruhig. Alles ist trist, grau und deprimierend, wenn da nicht der neue Pfleger Jan Fröhlich in die Residenz kommt. Mit seiner natürlichen, unbekümmerten Art erobert er die Herzen der Bewohner im Sturm. Sein unkonventioneller Umgang mit den alten Menschen, verschafft ihm Anerkennung und Vertrauen. Im Handumdrehen mobilisiert und elektrisiert er die Bewohner. Sein Lebensmotto „Ik mutt gar nix!“ überträgt sich auf die immer agiler werdenden Alten. Der Heimleitung wird der Marsch geblasen und die Zustände verbessern sich nachhaltig – und die Alten finden Lebensmut, werden fröhlich und mutig, denn sie wissen: „Ik mutt gar nix!“

Garniert mit vielen bekannten Hits wie beispielsweise „Das Beste“ von Silbermond, „Du bist ein Geschenk“ von Sportfreunde Stiller, „The Sound of Silence“ von Simon & Garfunkel, „Am Tag als Conny Kramer starb“ von Juliane Werding, „Ich würd dich gern besuchen“ von Unheilig, „Geiles Leben“ von Glasperlenspiel und „Die Internationale“ sowie das titelgebende „Ik mutt gar nix“ von De fofftig Penn gibt es  zwei Stunden fröhliche, tänzerische und musikalische Unterhaltung.