Snieder Nörig (Wilhelmshavener Erstaufführung)

Wilhelmshavener Erstaufführung

SNIEDER NÖRIG

Komödie in drei Akten von Paul Schurek

Premiere, Sonntag, den 9. Dezember 1934, abends 8,15 Uhr
in den Centralhallen an der Peterstraße

Speelbaas
Rektor Heinrich Frese

Spälers
Nörig, Snieder - Hermann Beuß
Anna, sin Dochter - Nelly Schwarting
Tine, sin Dochter - Therese Peters
Pann, Barbier, Tine er Mann - Willy Robe
Hannes, Slossergesell - Willy Völker
Krup, Snieder - Waldemar Schröder
Manda Krup, sin Süster - Lisbeth Litter
Froo Meier - Toni Becker

PRESSEMELDUNGEN

Niederdeutsche Bühne "Snieder Nörig", Komödie von Paul Schurek

von Theodor Murken

Die "Niederdeutsche Bühne" des Heimatvereins Rüstringen hat unter der Leitung von Rektor Heinrich Frese Paul Schureks Komödie "Snieder Nörig" neu einstudiert. Gestern abend sah man in den Zentralhallen dieses köstliche Werk des Dichters der "Stratenmusik" zum ersten Male in den Jadestädten auf der Bühne.

Den in großer Zahl erschienenen Besuchern wurde ein vergnüglicher Abend bereitet. Paul Schurek hat mit seinem "Snieder Nörig" wieder eine handfeste Komödie geschaffen, die ihres tiefen Sinnes nicht entbehrt. Es geht hier wieder eimal um das liebe Geld. Es ist der alte Snieder Nörig, der es sich zusammengespart hat und der dabei zu einem Geizkragen geworden ist. Seinen Kindern macht er da Leben zu Hölle. Dazu trägt auch sein Umgang mit dem Snieder Krup bei, einem ganz abgefeimten Kerl, der den Unfrieden zwsichen Nörig und seinen KJindern noch schürt. Krup hat nämlich einen feinen Plan. Er möchte die jüntst Tochter Nörigs heiraten und einmanl Nörigs Vermögen erben. Die Tochter Anna freilich kann sicvh für den alten Kru0 nicht gerade begeistern, zumal ihr Hannes von der Wanderschaft aus Italien zurück ist und in wenigen Wochen schon Hochzeit mit ihr halten möchte.

Krup läßt sich nicht unterkriegen. Er hat eine Schwester, eine furchbare Ziege, die mit Nörig schön tut und ihn ins Garn locken will. Es gelingt ihr, die Verlobung ist beschlossen, ja Snieder Nörig hat seiner Braut schon den Verlobungsring an den Finger gesteckt - da platzt die Bombe. Fensterscheiben klirren. Ein Einbruch. Nörig eilt in sein Schlafzimmer, das Bett ist durchgewühlt und Nörigs Vermögen, das er hier im Strumpf aufbewart, gestohlen. Das wirft alle Pläne der beiden Krups um. Was soll nun Manda Krup mit einem armen Mann. Sie wollte ja den Nörig schnell ins Grab bringen, um ihn dann zu beerben. Snieder Krup und seine Schwester Manda zeigen nun ihr wahres Gesicht, Schnieder Nörig gehen die Augen auf die Verlobung ist schnell ausgehoben udn beide fliegen aus dem Hause hinaus.

Aber herien kommen wieer seine Kinder und Schwiegersöhne, die er vorher aus dem Hause getrieben hate. Hannes bringt die beiden Strümpfe mit dem Geld, er will sie dem Einbrecher wieder abgenommen haben, in Wirklichkeit hat er ja die ganze Sache ausgeheckt, um den alten Geizhals wieder zur Vernunft zu bringen. Das ist ihm gelungen. Snieder Nörig freut sich, sein Geld wieder zu haben, Hannes bekommt eine gute Belohnung, zugleich als Verlobungsgeschenk. Nörig umarmt seine Geldstrumpfe, Hannes aber seine Anna, sie ist ihm die Hauptsache, er weiß, daß Geld alleine nicht glücklich macht, er wird es auch ohneGeld sein.

Die Aufführung war erstklassig. Hermann Beuß war as Snieder Nörig eine glänzende Type. Ein richtiger alter Quäsbüdel und Geizkragen. Waldemar Schröder stand ihm als Snieder Krup nicht nachg. Für solche eine Rolle ist Waldemar Schröder ja wie geschaffen. Großartig war es, wie er den Snieder Nörig herumkriegte und ihn dabei so fünsch von der Seite anguckte. Seine Freundschaft mit Nörig war ja gar nicht echt, es war da noch eine alte Feindschaft mit Nörig, weil dieser ihm in seinen jungen Jahren die Frau vor der Nase weggeschnappt hatte. Nörig und Krup - zwei köstliche Typen - waren hier treffend verkörpert worden. Von den Frauen machte vor allen Dingen Therese Peters als Tine Nörig (die älteste Tochter des Schneiders) ihre Sache gut. Eigentlich heißt sie Tine Pann, denn sie hat den Barbier Pann geheiratet, einen gutmütigen Kerl, der für die Schrullen des alten Schwiegervaters den nötigen Humor aufbringt. Willy Robe gab dem Barbier echte Züge. Dann das junge Paar Anna Nörig, von Nelly Schwarting gespielt, und Hannes, der Schlossergesell, von Willy Völker dargestellt, ein Paar, das allen Freude bereiten konnte. Schließlich noch die alte Hexe Manda Krup. Lisbeth Litter hatte diese Rolle übernommen. Wer sie als die Pastorentochter gesehen hat, die Diderk freet, muß ihr besonders feine Anerkennung aussprechen für die treffliche Verkörperung der Manda. Und zum Schluß Toni Bekcer, die geschwätzige und klatschsüchtige, vornehm und gebildet tuende Frau Meier.

Rektor Frese kann zufrieden sein. Hoffentlich werdennoch viele sich an dieser Komödie und der Darstellung erfreuen können.