Petrus gifft Urlaub (2. WA)

2. Wiederaufführung (3), davor 1950/51 und 1964/65 gespielt

PETRUS GIFFT URLAUB

Lustspiel in drei Akten von Fritz Wempner

Inszenierung: Karl-Heinz Herpel
Bühnenbild: Karl-Heinz Herpel, Klaus Panka, Herbert Ulbrich

Bühnenbildbau: Klaus Panka, Alfred und Wilfried Christoffers,  Karl-Heinz Goldenstein, Michael Müller, Norbert Ungermann
Bühnenmaler: Herbert Ulbrich
Inspizientin: Berta Herpel
Souffleuse: Herta Tapken
Requisiten: Marga Goldenstein
Beleuchtung: Peter Pfaus, Erwin Telgmann

Rollen und Darsteller
Herr Thomsen, Fabrikant för Landmaschinen - Wilhelm Pick
Ursula Thorgard, sien Steefdochter - Marion Zomerland
Knut Thomsen, Buer - Jürgen Tapken
Fiete Keesmüller, steiht in´n Deenst bi Buer Thomsen - Arnold Preuß (25)
Emma Petersen, de Nawersch van Buer Thomsen - Helga Lauermann
Stina, steiht in´n Deenst bi Emma Petersen - Helene Schneider
Hein Kohlmann, steiht ok bi Emma Petersen in´n Deenst - Horst Karstens
Harro Kopmann, Ingenieur bi Herrn Thomsen - Günter Jaedeke

Nienich een fiene ole Daam - Arnold Preuß als Fiete Keesmüller

WILHELMSHAVENER ZEITUNG

Nie nich ne fiene ole Daam

Viel Beifall und Gelächter bei den Niederdeutschen

Von Barbara Schwarz

"Ick weer nie nich ne fine ole Dam!" "Mit diesem Stoßseufzer hat er wohl recht, der Knecht, Fiete Keesmüller alias Arnold Preuß. Aber als betagte Tante Frieda führt er nicht nur seinen Freund Hein, seine Braut Stina und die Nichte Ursula an der Nase herum, sondern bereitet dem Publikum reines Vergnügen. Mit "Petrus gifft Urlaub", einem Schwank von Fritz Wempner bei dem Charleys Tante Pate gestanden hat, begeisterte die Niederdeutsche Bühne zum Auftakt der neuen Theatersaison im vollbesetzten Stadttheater ihr Premierenpublikum.

Wer Plattdeutsch versteht, sich unbeschwert zweieinhalb Stunden unterhalten und lachen möchte, dem kann man die nachfolgenden Aufführungen empfehlen. Karl Heinz Herpel inszenierte Wempners lustiges Spiel mit viel Sinn für Situationskomik. Da wird jede Pointe voll ausgespielt. Herpel versteht es auch, neben den erfahrenen Spielern der Niederdeutschen Bühne wieder dabei nach langer Pause knorrig friesisch der Senior Wilhelm Pick den Nachwuchs gut einzusetzen.

Ursula (Marion Zomerland) ist beeindruckt von Tante Frieda alias Fiete Keesmüller (Arnold Preuß)

Mit viel Freude an der Klamotte agieren frisch und munter Arnold Preuß als Fiete, Helene Schneider als Stina und Horst Karsten als Hein. Alle drei versuchen, mit ihren Einfällen den sungen Maschinenbauer und Landwirt Knut Thomsen zu retten, der anscheinend in der Klemme sitzt, weil er den Tod seiner Tante Frieda verschwiegen hat. Jürgen Tapken zeichnet den Landwirt und Maschinen bauer ebenso sympathisch, wie Marion Zomerland dessen angeheiratete Cousine Ursula. Klar, daß sich beide kriegen.

Hein Kohlmorgen (Horst Karstens) soll verschwinden, aber der kapiert natürlich nichts, da Fiete mit Ursula gerne allein sein würde...  (Marion Zomerland, Arnold Preuß)

Helga Lauermann muß dagegen als Bäuerin Emma so richtig unsympathisch sein; ein zarter, aber harter Besen. Und das schafft sie ebenso gut, wie Günter Jaedeke als Ingenieur Kopmann einen hinterhältigen Charakter zeichnen muß.Das passende Bühnenbild haben Karl Heinz Herpel, Klaus Pamka und Herbert Ulbrich entworfen. Letzterer zeichnet auch für die stimmigen Kostüme verantwortlich. Viel Szenenbeifall und herzlicher Schlußapplaus bei der Premiere machten den Niederdeutschen sicher Mut und waren auch ein schöner Lohn für all die viele Probenarbeit und Mühe am Feierabend und an den Wochenenden.

 

Nun ist der Spion (Güner Jaedeke) verhaftet. (v.l. Helene Schneider, Horst Karstens, Marion Zomerland, Arnold Preuß)