Wenn du Geld hest (2. WA)

2. Wiederaufführung (3), davor 1957/58 und 1974/75 gespielt

WENN DU GELD HEST

Volkskomödie in drei Akten von Wilfried Wroost,
Fassung für die Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven von Arnold Preuß

Inszenierung: Arnold Preuß
Bühnenbild: Antje Schierhorn
Kostüme: Antje Schierhorm

Inspizient:: Luise Pampuch
Souffleuse: Karin Heyel/Hildegard Steffens
Regieassistenz: Elke Theesfeld
Requisiten: Monika Eilers
Bühnenbau: Alfred Christoffers, Julius Schumann
Bühnentechnik: Manfred Eilers, Sönke Kiewitt, Günter Newerla
Bühnenmalerei: Herbert Ulbrich
Beleuchtung: Peter Pfaus, Uwe Freiberg
Technische Leitung: Klaus Panka

Rollen und Darsteller
Julius Kappelhoff - Klaus Aden
Rudolf, Taxi - Chauffeur, sein Sohn - Jürgen Tapken
Lissi, Hausangestellte, seine Tochter - Dagmar Grube
Fredi, Hoteldiener, sein Sohn - Thorsten Könnecke
Frol. Emilie Kappelhoff, Julius Schwester - Brigitte Halbekath
Oskar Pommerenke, kaufmännischer Angestellter - Heinz Zomerland
Alma Roggenbuck, Wwe. Inh. einer Autovermietung - Barry Brinkhoff
Helga, ihre Tochter - Martina Zahn
Robert M. Dörmann, Inhaber einer Schiffsbefrachterfirma - Friedrich Müller

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 17. NOVEMBER 1997

Amüsantes Spiel um plötzlichen Reichtum überzeugend dargestellt

Niederdeutsche Bühne begeisterte mit Premiere im Stadttheater

Die alte Weisheit, daß Geld nicht glücklich macht, kein Geld aber auch nicht, illustriert das neue Stück der Niederdeutschen Bühne, „Wenn du Geld hest", das am Sonnabend Premiere hatte, auf witzige und anrührende Weise. Da ist Familie Kappelhoff. Vater Julius (Klaus Aden), Witwer mit der stehenden Rede „Kunn ick mi ja eigentlich glieks denken", läßt sich von seiner Schwester Emilie (Brigitte Halbekath) versorgen. Diese, ein seit 30 Jahren verlebtes Fräulein, hat auch seine Kinder Lissi (Dagmar Grube), Rudolf (Jürgen Tapken) und Fredy (Thorsten Könnecke) großgezogen. Vater Kappelhoff möchte seinem tyrannischen Chef am liebsten den Job kündigen. Sein Ältester wiederum verehrt die Tochter seiner Arbeitgeberin, doch die süße Helga (Martina Jahn) soll, um des lieben Geldes willen, eine reiche Partie machen.

Plötzlich taucht Oskar Pommerenke auf (Heinz Zomerland), der Kappelhoff noch aus Kriegstagen kennt. Und mit dem alten Kameraden kommt Geld ins Spiel. Viel Geld. Einen Lottogewinn von 354 000 Mark hat Pommerenke eingestrichen. Weil ihm Forderungen drohen, hat er das Geld auf ein Sperrkonto gepackt, und es auf Kappelhoffs Namen ausstellen las­sen. Doch durch den plötzlichen Reichtum kommt es zu wilden Verwicklungen, nicht nur finanzieller, sondern auch menschlich, allzu menschlicher Art. Pommerenkes alter Onkel entpuppt sich als der langersehnte Verlobte von Tante Emilie...

Mit seiner Interpretation hat Regisseur Arnold Preuß sehr schön das Lebensgefühl der 50er Jahre eingefangen. Die Pausenmusik „Rock around the clock" stimmte auf die gute Stube der Kappelhoffs mit Tütenlampen und Radio ein. Die Schauspieler überzeugten alle. Debütantin Martina Jahn als zarte Braut, Jürgen Tapken als ihr hemdsärmeliger Bräutigam. Alert und flink Thorsten Könnecke als Kellner Fredy in gestreifter Uniform. Schön getragen wirkte Friedrich Müller in seiner Kurzrolle als Kappelhoffs Dienstherr Dörmann. Ganz wunderbar war Klaus Aden als Vater Kappelhoff. Ihm gelang das Kunststück, nicht nur den Brummeligen zu spielen, sondern gespielte Brummigkeit darzustellen. Ob Berta Brinkhoff amüsanter war als eisige Witwe Roggenbuck oder als zuckersüße, künftige Schwiegermama, war sicherlich schwer zu entscheiden.

Die Palme gebührt jedoch Brigitte Halbekath als emotionaler Tante Emilie. So sah es auch das Publikum, das ihr den meisten Applaus zollte. Sie stellte eine solche Bandbreite von Gefühlen dar, sentimental, liebevoll, aufgeregt, bekümmert, daß man glauben mochte, sie sei auch im wirklichen Leben so. Aber von ihrer Rolle als Martha in der niederdeutschen Fassung von „Harold und Maud" weiß man, daß Halbekath auch ganz anders kann.

Die nächsten Aufführungen von „Wenn du Geld hest" finden am Dienstag, 25. , Freitag 28. und Sonntag, 30. November statt, jeweils ab 20 Uhr im Stadttheater. Fe