Ringelnatz bei Deutscher Seemannsmission Wilhelmshaven

Theater am Meer, 2. Juli 2022

“Humor ist der Knopf, der verhindert,  dass uns der Kragen platzt”

Ringelnatz und Deutsche Seemannsmission Wilhelmshaven

Arnold PreußBILD: Privat

Unser Theaterleiter, Arnold Preuß, wird am kommenden Dienstag, (5. Juli 2022, um 19 Uhr, auf der Vereins-Veranstaltung der Deutschen Seemannsmission Wilhelmshaven im Gorch-Fock-Haus einen Ausschnitt aus seinem Ringelnatz-Programm „Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt“ vortragen.

Spielplan für 2022/23 ist heiter, spannend und musikalisch

Pressemeldung Theater am Meer vom 29. Juni 2022 

Spielplan für 2022/23 ist heiter, spannend und musikalisch

Theater am Meer will Publikum mit fünf Inszenierungen in Vorstellungen locken – 90 Jahre Niederdeutsche Bühne

Die Mitglieder des Theaters am Meer stellten sich vor der Jahreshauptversammlung zum Gruppenfoto auf. -  Foto: TaM, Edith Schlette 

WILHELMSHAVEN/AP – Den neuen Spielplan der Spielzeit 2022/23 stellte Theaterleiter Arnold Preuß den Mitgliedern des Theaters am Meer auf der kürzlich abgehaltenen Jahreshauptversammlung ausführlich vor. Dieser sei inhaltlich und personell mit Elke Münch, der ersten Regisseurin abgestimmt. Er betonte, das in den letzten Wochen festzustellen war, dass das Stamm-Publikum trotz der wegfallenden Corona-Beschränkungen noch zögerlich in die Vorstellungen gekommen sei. Dennoch habe sich der Vorstand entschlossen, dass man in der nächsten Spielzeit wieder an alte Verhältnisse anknüpfen und das Abonnementangebot, was zwei Jahre ausgesetzt werden musste, wieder aufleben lassen wolle. Es sei deutlich zu merken gewesen, dass viele jüngere Besucher das Theater am Meer neu entdeckt haben. Auch diesem Kreis wolle man mit dem preislich günstigeren Abonnement ein Angebot machen. Das Theater werde in diesem Jahr bewusst auf eine Preiserhöhung im freien Verkauf und im Abonnement verzichten. Allerdings werde der Spielplan von vier auf fünf Stücke erweitert, um diesen noch vielfältiger zu gestalten, so der Bühnenleiter.

TAG DER OFFENEN TÜR
Am Sonntag, 14. August 2022 findet in der Zeit von 11 bis 17 Uhr endlich wieder der „Tag der offenen Tür“ statt. Die Bühne wird zu drei unterschiedlichen Zeiten die „Spielzeithäppchen des neuen Spielplanes“ vorstellen und ansonsten im Haus die Abteilungen öffnen, sowie im Theatercafé „Kulissensnack“ kulinarische Köstlichkeiten bereithalten. Das Abonnementsbüro stehe für Informationen und Kartenverkäufe zur Verfügung. Man könne sich schminken lassen und die beliebte Führung durch das Haus finde statt und vieles andere mehr.

90 JAHRE THEATER AM MEER
Am Mittwoch, 28. September 2022 wird das Theater am Meer seinen 90. Geburtstag feiern können. Zu diesem Anlass wird im kleinen Schauspielhaus eine kleine Geburtstagsfeier mit geladenen Gästen, Sponsoren und Förderern stattfinden. Ebenfalls werden die befreundeten Bühnen des Niederdeutschen Bühnenbundes Niedersachsen und Bremen eingeladen. 

OP HAART UN NEER
Die Spielzeit 2022/23 beginnt am 3. September 2022 mit der ersten Premiere. Im kleinen Schauspielhaus an der Kieler Straße 63 kommt die Niederdeutsche Erstaufführung „Op Hart un Neer“ (Die Niere) von Stefan Vögel zur Aufführung. Kerstin Stölting hat die Beziehungskomödie ins Niederdeutsche übersetzt. Regie führt Arnold Preuß, der auch für den Bühnenbildentwurf verantwortlich ist. Dagmar Wehrmann ist die Regieassistentin. 

Inhaltlich geht es darum, dass Kathrin eine neue Niere braucht. Ihr Ehemann Arnold hat dieselbe Blutgruppe wie sie. Ist er bereit, ihr seine Niere zu spenden? Er zögert wohl ein klein wenig zu lang und Kathrin verzichtet auf seine Niere. Als beider Freund Götz sich aber sofort bereit erklärt, als Spender einzuspringen, bricht ein regelrechter Kampf um die Niere aus. Sowohl Diana, Götz` Ehefrau als auch Arnold fühlen sich übergangen. Sind die Ehen der beiden Paare so in Ordnung wie sie bislang schienen. Die Niere deckt so manch verborgene Herzensangelegenheiten auf.

Eines ist sicher: Die Niere wird kein Paar kaltlassen, und man wird seinem Partner die alles entscheidende Frage stellen: Liebling, würdest du mir deine Niere spenden? Köstliche Unterhaltung trotz oder wegen des ernsten Hintergrundes erwartet das Publikum. 

Es spielen Claudia Ducci, Ulrike Schütze, Rune Opitz und Arnold Preuß.

ALARM IN’T GRAND-HOTEL
Vor zwei Jahren hatte das Ohnsorg-Theater mit der Screwball-Komödie „Suite Surrender“ unter dem Titel „Alarm in’t Grand-Hotel“ von Michael McKeever in der Niederdeutschen Bearbeitung von Cornelia Ehlers einen Riesenerfolg. Bei dieser „Tür auf – Tür zu“ Farce bleibt kein Auge trocken. Elke Münch wird dieses pointenreiche Stück, bei dem auch getanzt und gesungen wird, für die Premiere am 5. November 2022 inszenieren. 

Das Stück führt in das Jahr 1953: Im Grand-Hotel soll eine Benefiz-Gala stattfinden, die beiden berühmtesten Bühnenstars ihrer Zeit sollen auftreten: Sängerin Claudia McFadden und Schauspielerin Athena Sinclair. Die einstigen Freundinnen aus Kindertagen, die vor Jahrzehnten in die Welt gingen, um ihre Weltkarriere zu starten, sind mittlerweile bis auf den Tod verfeindet. Die Geschichte ihrer Feindschaft, geprägt von öffentlichen Handgreiflichkeiten, bei denen stimmgewaltig die Fetzen flogen, füllt stets aufs Neue die Klatschpresse.

Ein Aufeinandertreffen muss also mit allen Mitteln verhindert werden. Das Grand-Hotel bietet Raum genug, eine Begegnung der Diven zu vermeiden. Allerdings werden durch ein Missverständnis die beiden Stars in derselben Suite einquartiert. Der Hoteldirektor hat alle Hände voll damit zu tun, dass sich die Kontrahentinnen nicht über den Weg laufen. Aber: Alarm im Grandhotel! Denn schon bald eskaliert die chaotische Situation und der heiter-turbulente Wahnsinn nimmt seinen Lauf …

Es spielen Selina Berke, Sandra Krüger, Ute Menssen, Heidi Strowik, Dagmar Wehrmann, Chris Cuno, Fynn Dießner, Michel Waskönig und Wolfgang Watty. Die musikalische Leitung hat Nicolas C. Ducci.

DU BETAHLST FÖR SEX!
Mit einer Niederdeutschen Erstaufführung geht es dann in das Jahr 2023. Am 14. Januar 2023 hat Boulevard-Stück „Du betahlst för Sex!“ (Begleiterscheinungen) von Peter Buchholz Premiere. Arnold Preuß hat nicht nur die Niederdeutsche Fassung geschrieben, sondern wird das Stück auch inszenieren. 

Daniel beginnt nach seiner Scheidung ein neues Leben. In einem schicken Loft in der Innenstadt soll der Neustart allen Skeptikern und Neidern zum Trotz gelingen. Am Tag der Einweihungsfeier trifft Daniel auf seine neue Nachbarin Sara und ist sofort hingerissen von ihr. Die Sympathie ist gegenseitig und erstmal scheint alles ganz unkompliziert, bis Daniels bester Freund Tom im Loft auftaucht. Tom und Sara kennen sich von einem Escort-Service, für den Sara hin und wieder aus finanziellen Gründen arbeitet. Nun möchte sie, Unheil witternd, unbedingt verhindern, dass Daniel das Geheimnis erfährt und bietet Tom einen Deal an.

Tom, der Sara ebenfalls begehrt, ist hin- und hergerissen, zwischen seiner Eifersucht auf den Nebenbuhler und der Loyalität dem Freund gegenüber. Als er Sara droht, die Bombe platzen zu lassen, entschließt sie sich lieber selbst mit Daniel zu reden. Durch ein Missverständnis erfährt er nur die halbe Wahrheit und so geraten die drei in eine Spirale aus Missdeutungen und immer neuen Irrtümern.

Das Stück ist eine abwechslungsreiche und spannende Komödie über zwei Männer, die um die gleiche Frau kämpfen. Doch wer ist Sara eigentlich? Geschäftsfrau, Geliebte, Mauerblümchen oder Femme fatale? Da es für ein neues Glück nicht ausreicht, nur seinen Wohnort zu verändern, sondern man auch mit Vorurteilen und festgefahrenen Überzeugungen brechen muss, wird Daniel vor eine ungeahnte Herausforderung gestellt. Wer wird den Kampf gegen den inneren Spießer am Ende gewinnen?

Es spielen Ulrike Schütze, Nicolas C. Ducci und André Gelhart.

SNIEDER NÖRIG
Eine echte Charakterkomödie vom Altmeister der Niederdeutschen Theaterliteratur Paul Schurek kommt am 18. März 2023 zur Aufführung. Nachdem das Stück vor 1934 uraufgeführt wurde, stand es 1986 erneut auf dem Spielplan und konnte mit dem unvergessenen Günter Boye das Publikum im Sturm erobern. 

Durch seine Geldgier gerät der alte Schneider Nörig in die Hände des habgierigen Schneiders Krup, eines alten Junggesellen und dessen Schwester Manda, einer giftigen, älteren Jungfer. Nörig bringt diesen beiden falschen Menschen, die sich als seine Freunde ausgeben, volles Vertrauen entgegen, während er fest davon überzeugt ist, dass seine Töchter und Schwiegersöhne, alles prächtige Menschen, denen er das Leben schwer macht, darauf ausgehen, ihn zu betrügen. Um den Seinen ein Schnippchen zu schlagen, will er die misstrauische Manda sogar heiraten.

Noch in letzter Stunde aber kuriert Hannes, der Bräutigam seiner Tochter Anna, den Schneider durch einen von ihm fingierten Einbruch von seinen Schwächen für Nachbar Krup und lehrt ihn den wahren Charakter seiner Zukünftigen kennen. Als er die mit Geld gefüllten Strümpfe wieder in der Hand hält, über deren Verlust er ganz von Sinnen war, gibt er dem Überbringer Hannes eine kleine Summe, was bei seinem Geiz schon allerlei sagen will. Jammernd über den Verlust seiner einstigen Freunde, geht er davon, während seine Kinder, zwei junge, glückliche Paare, sich in die Arme fallen, denn allen vieren bedeutet treue Liebe mehr als Geld.

Dass Geiz, Neid und Missgunst die Herzen trüben und den Verstand vernebeln, ist allgemein bekannt. Ob wohl das Stück zu den frühen Niederdeutschen Erfolgsstücken gehört, hat es bis heute thematisch nichts an Aktualität verloren.

Es spielen Leyan Besser, Daniela Cordes, Stefanie Mahn, Yannik Marschner, Edith Schlette, Harald Schmidt, Michel Waskönig und Heinz Zomerland.

GASLICHT
Mit „Zwei wie Bonnie und Clyde“ hat das Theater in der letzten Spielzeit erstmals ein Stück komplett in hochdeutscher Sprache in den Spielplan übernommen. Eigentlich sollte dieses Stück für die Touristen im Sommer gespielt werden. Mit der erstmaligen Aufführung von Gaslicht (Gaslight) von Patrick Hamilton bringt das Theater am Meer am Sonnabend, 13. Mai 2023, einen waschechten Thriller auf die Bühne, bei dem es vor Spannung nur so knistert. Dieses Stück wird weitestgehend in hochdeutsch gespielt und soll den Spielplan um eine weitere Nuance ergänzen. 

Warum flackert das Gaslicht zu später Stunde? Warum verschwinden Gegenstände und warum tauchen sie plötzlich wieder auf? Bella Manningham könnte wahnsinnig werden und fürchtet sich auch davor, denn schon ihre Mutter litt an einer Nervenkrankheit und musste in die Anstalt. Trifft sie dasselbe Schicksal? Da steht plötzlich ein Mann in ihrer Wohnung, der behauptet, sie vor ihrem Ehemann schützen zu wollen. Er sei ein pensionierter Scotland Yard-Kommissar namens Rough und noch immer auf der Suche nach einem flüchtigen Mörder. Hier, an dieser Stelle in ihrem Zimmer, in diesem Sessel sei vor vielen Jahren eine alte Frau ermordet worden, aber der Mörder habe damals nicht gefunden, was er suchte, daher kehre er an den Ort des Schreckens zurück...

Wer ist dieser Mann? Wer ist der Mörder? Wem darf sie trauen? Bella ist der Verzweiflung nahe. Und wieder flackert das Gaslicht. "Gaslicht" wurde 1943 unter dem Titel "Das Haus der Lady Alquist" von George Cukor verfilmt. In den Hauptrollen: Ingrid Bergman, Charles Boyer und Joseph Cotten.

Es spielen Elisabeth Malkeit, Kristin Röben, Sylvia Sievers-Peeks, Hauke Backhus, Michael Dölling, Lars Landes und Arnold Preuß

LOVE LETTERS
Die szenische Lesung von „Love Letters“ von Albert Ramsdell Gurney mit Elke Münch (die auch Regie führte) und Arnold Preuß hat im Theater am Meer und umzu bereits viele Besucher erfreut, In dieser Spielzeit steht es weiterhin für Gastspiele zur Verfügung. 

In „Love Letters“ geht es um die lebenslange Brieffreundschaft zwischen Andy und Melissa, die die Zuschauer mit auf eine humorvolle, nachdenkliche und einzigartige Reise durch ihr ganzes Leben nehmen. Es ist die Geschichte einer großen Liebe, intelligent, frech, zuweilen aber auch gedämpft, zweiflerisch und melancholisch. Melissa und Andy reflektieren ihre Erlebnisse, ihre Gedanken, ihre Visionen. Ihre Wege trennen und kreuzen sich immer wieder, das Hoffen auf den anderen und seine Antworten aber hört nie auf …

THEATERSCHULE
Die bühneneigene Theaterschule wird unter der Leitung von Theaterpädagogin Martina Brünjes den bestehenden Kurs fortsetzen und am Ende der Spielzeit wieder mit einer eigenen Produktion auf die Bühne gehen. Wie immer ist es nach den Sommerferien möglich, sich für den Besuch der Theaterschule anzumelden. Interessierte nehmen dazu Kontakt mit dem Theaterbüro auf. 

LESUNGEN IN HOCH UND PLATT
Das Theater am Meer bietet auch weiterhin Lesungen von hochdeutschen und plattdeutschen Texten verschiedener Autoren an. Aktuell gibt es ein Programm mit Texten von Joachim Ringelnatz (hoch) und Klaus Groth (platt). Bei Bedarf können sich Interessierte an das Theaterbüro wenden. 

THEATER AM MEER
Theaterbüro I Kartenverkauf I Abonnementsverwaltung
Theater am Meer, Kieler Straße 63, 1. OG
Karten-Telefon 04421/777749 (auch AB)
Karten-Online: www.theater-am-meer.de/die-karten-online
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Öffnungszeiten:
Dienstag und Donnerstag von 16 bis 18.30 Uhr
Mittwoch, Freitag von 10.30 bis 13 Uhr

 

Mit viel Optimismus in neue Spielzeit

Wilhelmshavener Zeitung vom 21. Juni 2022

Mit viel Optimismus in neue Spielzeit

KULTUR - Theater am Meer will wieder voll durchstarten – Treue Mitglieder und eine besondere Ehrung

Das sind der Vorstand und geehrte Mitglieder des Theaters am Meer: (von links) Phillip Schmidt (Technischer Leiter), Ulrike Schütze (2. Vorsitzende), Yannik Marschner (Marketing, Werbung), Gerd Gelhart (20 Jahre Mitglied), Marco Norden (10 Jahre), Dagmar Wehrmann (25 Jahre), Werner Dörnath (20 Jahre), Roswitha Wunderlich (60 Jahre), Heinz Zomerland (30 Jahre), Michel Waskönig (Schriftführer), Anne Hillers (30 Jahre), Traute Fischer (10 Jahre), Wolfgang Watty (Finanzvorstand), Arnold Preuß (Theaterleiter, Vorstandsvorsitzer). BILD: Edith Schlette/TAM

WILHELMSHAVEN. (SG) Das Theater am Meer wird in der kommenden Spielzeit ab 3. September wieder einen kompletten Spielplan mit fünf Inszenierungen plus einer Produktion der Theaterschule anbieten. Abonnenten erhalten zum Beginn der Spielzeit die Jahresabonnementsausweise zugestellt und damit die gewohnten Aufführungstage und Sitzplätze.

Das erklärte Bühnenleiter Arnold Preuß bei der Hauptversammlung des Trägervereins. „Das letzte Mal haben wir vor drei Jahren zusammengesessen, niemand hat damals daran gedacht, dass eine so schwere Zeit vor uns liegen würde“, begrüßte er die Mitglieder mit Blick auf die Corona-Pandemie und ihre Folgen.

Neustart nach zwei harten Corona-Jahren

Die Spielzeit 2021/22 sei noch unter Corona-Beschränkungen durchgespielt worden: nur knapp ein Drittel der Kapazität waren möglich. Zudem mussten Stücke gekürzt und Lüftungspausen eingeplant werden. „All dies hat uns nicht davon abbringen können, dass zu tun, was uns alle verbindet und antreibt, nämlich Theater für unser Publikum zu spielen“, sagte der Theaterleiter.

Dennoch sei das Publikum nach dem Wegfall der meisten Beschränkungen noch zögerlich in die Vorstellungen gekommen. „Wenn jetzt auch das Abo-Publikum in der nächsten Spielzeit zurückkommt, gehen wir hoffnungsvoll in die nächste Spielzeit“, so Preuß.

Finanziell hat die Pandemie ebenfalls Spuren hinterlassen. „Ohne die staatlichen Maßnahmen mit den Überbrückungshilfen, ohne Spenden aus dem Zuschauer- und Freundeskreis des Theaters, hätten wir wohl diese schwierige Zeit nicht überstehen können“, sagte Kassenwart Wolfgang Watty. Auch jetzt sei das Theater noch nicht wieder auf Rosen gebettet. Auf eine Preiserhöhung werde aber verzichtet. Das Theaterbüro wird indes in der neuen Spielzeit nur noch an vier Tagen geöffnet (siehe Infokasten). Hintergrund sei die Einführung des Mindestlohnes.

Vorstandswahlen und viele Ehrungen

Wahlen standen ebenfalls an: Ulrike Schütze wurde als 2. Vorsitzende, Wolfgang Watty als Finanzvorstand sowie Phillip Schmidt als Technischer Leiter für zwei Jahre in ihren Ämtern bestätigt. Marco Norden ersetzt die ausscheidende Prüferin Ilona Düsterdich.

Zudem gab es Ehrungen für langjähriges Engagement – für Traute Fischer, Jendrik Marschner und Marco Norden, die seit zehn Jahren Mitglied im Verein sind. Auf eine 20-jährige Mitgliedschaft blicken Werner Dörnath und Gerd Gelhart zurück. Bei Dagmar Wehrmann sind es 25 Jahre Mitgliedschaft und bei Anne Hillers und Heinz Zomerland bereits 30 Jahre.

Roswitha Wunderlich ist jetzt Ehrenmitglied

Eine besondere Ehrung erhielt Roswitha Wunderlich, die dem Theater bereits seit 60 Jahren angehört und nun zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Preuß hob in der Laudatio ihren vielfachen und vielseitigen Einsatz nicht nur als Schauspielerin für den Erhalt und der Pflege der Niederdeutschen Sprache hervor.

Theater am Meer mit viel Optimismus in die Spielzeit 2022/23

Pressemeldung  Theater am Meer vom 16. Juni 2022 

Theater am Meer mit viel Optimismus in die Spielzeit 2022/23

JHV mit Ehrung langjähriger Mitglieder - Roswitha Wunderlich zum Ehrenmitglied der Bühne ernannt

 

Vorstand und geehrte Mitglieder des Theaters am Meer: (v. l.) Phillip Schmidt (Technischer Leiter), Ulrike Schütze (2. Vorsitzende), Yannik Marschner (Marketing, Werbung), Gerd Gelhart (20 Jahre Mitglied), Marco Norden (10 Jahre), Dagmar Wehrmann (25 Jahre), Werner Dörnath (20 Jahre), Roswitha Wunderlich (60 Jahre), Heinz Zomerland (30 Jahre), Michel Waskönig (Schriftführer), Anne Hillers (30 Jahre), Traute Fischer (10 Jahre), Wolfgang Watty (Finanzvorstand), Arnold Preuß (Theaterleiter, Vorstandsvorsitzer) -  Foto: TaM, Edith Schlette 

WILHELMSHAVEN/AP – Am Dienstag, 14. Juni, fand die Jahreshauptversammlung des Trägervereins des Theaters am Meer im Theatersaal des kleinen Schauspielhauses an der Kieler Straße 63 statt. „Endlich sehen wir uns HIER wieder“, begrüßte Bühnenleiter Arnold Preuß die zahlreich erschienenen Bühnenmitglieder, unter denen sich auch eine große Zahl der Mitglieder der bühneneigenen Theaterschule befanden. „Das letzte Mal haben wir vor drei Jahren zusammengesessen, niemand hat damals daran gedacht, dass eine so schwere Zeit vor uns liegen würde.“ 

Auch heute sei die Pandemie noch nicht vorbei, erklärte er, man wolle deshalb weiterhin vorsichtig sein, habe sich aber gleichwohl nach langen Überlegungen entschlossen, in der kommenden Spielzeit wieder einen kompletten Spielplan mit fünf Inszenierungen plus einer Produktion der Theaterschule anzubieten. Weiterhin werde man für die Abonnenten des Theaters wieder zum Beginn der Spielzeit die Jahresabonnementsausweise zustellen und damit die gewohnten Aufführungstage und –plätze vergeben. Neue Abonnenten seien ebenso herzlich willkommen.

„Wir haben die Spielzeit 2021/22 anders als die davor komplett durchspielen können, allerdings war es uns durch die Coronabeschränkungen nur möglich, knapp 1/3 der Besucherkapazität des Theaters anzubieten. Auch waren wir gezwungen, die Stücke auf eine gewisse Länge zu kürzen und mussten mit Lüftungspausen durchspielen. Doch all dies hat uns nicht davon abbringen können, dass zu tun, was uns alle verbindet und antreibt, nämlich Theater für unser Publikum zu spielen“, sagt der Theaterleiter. 

„Natürlich haben auch wir, wie die meisten Kultureinrichtungen Deutschlands, deutlich zu spüren bekommen, dass nach dem Wegfall der meisten Beschränkungen, das Publikum noch sehr zögerlich in die Vorstellungen gekommen ist. Diejenigen, die aber gekommen sind und das waren vor allem auch viele jüngere Menschen, waren vom Spielplanangebot sehr angetan. Wenn jetzt auch das Abo-Publikum in der nächsten Spielzeit zurückkommt, gehen wir hoffnungsvoll in die nächste Spielzeit ab 3. September dieses Jahres“, beendete Preuß seinen Jahresrückblick. 

„Die finanzielle Entwicklung unseres Privattheaters ist natürlich vor diesem Hintergrund sehr problematisch“, stellte der Finanzverantwortliche der Bühne, Wolfgang Watty, in seinem Rechenschaftsbericht fest. „Ohne die staatlichen Hilfsmaßnahmen mit den Überbrückungshilfen, ohne kleinere und größere Spenden aus dem Zuschauer- und Freundeskreis des Theaters, hätten wir wohl diese schwierige Zeit nicht überstehen können. Auch jetzt ist das Theater noch nicht wieder auf Rosen gebettet, so dass wir richtigerweise in die nächste Spielzeit mit einem kompletten Abonnementprogramm gehen, bei dem wir bewusst auf eine Preiserhöhung verzichtet haben“, erklärte Watty.

Die Öffnungszeiten des Theaterbüros werden in der neuen Spielzeit modifiziert. Es hat nur noch an vier Tagen geöffnet: Der Montag entfällt. Dafür wird es Dienstag- und Donnerstagnachmittag von 16 bis 18.30 Uhr und Mittwoch- und Freitagvormittag von 10.30 bis 13 Uhr geöffnet sein. Die Einführung des Mindestlohnes führte zu dieser notwendigen Veränderung.

Die beiden Prüferinnen Iris Holjesiefken und Ilona Düsterdich bescheinigten dem Finanzvorstand eine einwandfreie Kassenführung, worauf die Versammlung dem Gesamtvorstand Entlastung erteilte. Bei den fälligen Wahlen wurden Ulrike Schütze als 2. Vorsitzende, Wolfgang Watty als Finanzvorstand sowie Phillip Schmidt als Technischer Leiter einstimmig für zwei Jahre in ihnen Ämtern bestätigt. Marco Norden wurde für die ausscheidende Prüferin Ilona Düsterdich für zwei Jahre zum Kassenprüfer bestellt.

Für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement wurden jeweils mit einer kleinen Laudatio geehrt: Traute Fischer, Jendrik Marschner und Marco Norden für 10-jährige Mitgliedschaft. Auf eine 20-jährige Mitgliedschaft blicken Werner Dörnath und Gerd Gelhart zurück. Bei Dagmar Wehrmann sind es bereits 25 Jahre Mitgliedschaft. Auf eine 30-jährige Mitgliedschaft konnten Anne Hillers und Heinz Zomerland zurückblicken.

Ehrenmitgliedschaft für Roswitha Wunderlich
Eine besondere Ehrung erhielt Roswitha Wunderlich, die dem Theater bereits seit 60 Jahren angehört. Arnold Preuß hob in der Laudation ihren vielfachen und vielseitigen Einsatz nicht nur als Schauspielerin für den Erhalt und der Pflege der Niederdeutschen Sprache hervor. Die Mitgliederversammlung stimmte einstimmig dem Vorschlag des Vorstandes zu, Roswitha Wunderlich zum Ehrenmitglied des Theaters am Meer zu ernennen.

 

Roswitha Wunderlich, Arnold Preuß Foto: TaM, E. Schlette 

Großen Raum nahm die interne Vorstellung des Spielplan 2022/23 ein (er wird der Öffentlichkeit später vorgestellt). Erst an diesem Tage erfahren die Ensemblemitglieder, wann und wo sie eingesetzt werden. In einem Stück beteiligt zu sein, bedeutet in der Regel 30 Proben und 20 Aufführungen. Die meisten Mitglieder sind immer in mehreren Produktionen beteiligt, woraus man sehr schnell den enormen zeitlichen Aufwand einschätzen kann, den die Theatermacher im Nebenberuf jährlich aufbringen, also alles ohne finanzielle Entschädigung. 

Arnold Preuß dankte allen Mitgliedern der Bühne, die den Spielbetrieb gemeinsam durch die Corona-Pandemie getragen haben, für die stets fröhlich-freundliche Atmosphäre in jeder Produktion. Er lobte den Teamgeist, das vertrauensvolle Miteinander, die Herzlichkeit, mit der neue Mitglieder integriert werden. Den Kräften, die im Theatercafé „Kulissensnack“ den Service tragen, dankte er besonders, denn genau dort spüre man die Verbindung zwischen dem Theaterspiel im Saal und den Gesprächen mit dem Publikum im „Kulissensnack“. Das unterstreiche die familiäre Atmosphäre unseres Theaters. 

Aus den vielen Gesprächen am Rande der JHV war zu erkennen, dass das Team des Theaters am Meer mit einer großen Portion Optimismus in die neue Spielzeit gehen wird und sich auf die Realisierung des neuen, spannenden Spielplanes freut.