Diven sorgen für reichlich Kuddelmuddel

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 7.  November 2022

Diven sorgen für reichlich Kuddelmuddel

PREMIERE Theater am Meer begeistert mit "Alarm in't Grand-Hotel - Paraderolle für Chris Cuno

Generaldirektor Bendix S. Dethard (Chris Cuno) hat alle Hände voll zu tun, um Athena Sinclair (Heidi Strowik, rechts) und Claudia Mc Fadden (Dagmar Wehrmann) voneinander zu trennen. - Bild: Arnold Preuß

von Wolfgang Niemann

Premiere kann begeistern

WILHELMSHAVEN/WZ - Im Theater am Meer feierte am Samstag die Komödie "Alarm in't Grand-Hotel" eine äußerst gelungene Premiere. Ensemble und Regisseurin Elke Münch wurden am Ende der Vorstellung mit stehenden Ovationen verabschiedet. (Seite 1) 

WILHELMSHAVEN Einen turbulenten Spaß bot die rundum gelungene Premiere von „Alarm in’t Grand-Hotel“ am Samstag im Wilhelmshavener Theater am Meer. Das Ensemble unter der Leitung von Regisseurin Elke Münch sprühte vor Spielwitz und erntete vollauf verdient stehende Ovationen zum Finale. 

Komödie führt zurück ins Jahr 1953
Dabei startete diese Komödie von Michael McKeever in der niederdeutschen Fassung von Cornelia Ehlers zwar munter mit einer Tanz- und Gesangseinlage der Hotelpagen Fiete (Michel Waskönig) und Oddo (Wolfgang Watty), dramatische Verwicklungen aber waren noch kaum zu erahnen. Man schreibt das Jahr 1953 und im feinen Hotel soll das Benefizkonzert zum Deutschen Turnerfest in Hamburg stattfinden.

Während Hoteldirektor Bendix S. Dethard (Chris Cuno) sich von Frau Senator Mönckeberg (Ute Menssen) herumkommandieren lassen muss, weil sie die Schirmherrin mit etlichen Sonderwünschen ist, muss er lebenswichtige Arrangements treffen. Stargäste des Abends werden nämlich Claudia McFadden (Doris Wehrmann) und Athena Sinclair (Heidi Strowik) sein – Weltstars, die als Anke und Ursula einst in Hamburg aufwuchsen, inzwischen aber längst total verfeindet sind.

Turbulentes Wiedersehen von zwei echten Diven
Nun rauscht McFadden als humorlose Diva samt Privatsekretär Petersen (Fynn Diessner) in die Admirals-Suite und da müssen das Meer von weißen Rosenund der Martini arrangiert sein. Und es darf keinesfalls ein Zusammentreffen der Diven geben, zumal bereits Klatschreporterin Dörte de Waal (Sandra Krüger) eingedrungen ist. Die noch nicht ahnt, dass ihr statt medialer Höhenflüge über ein Diven-Duell Niederschläge und ein Schattendasein bevorstehen.

Trotz aller peniblen Anweisungen des unermüdlichen Direktors passiert dann ein folgenreiches Missgeschick: Athan Sinclair hat ihren mondänen Auftritt als Grande Dame und das ausgerechnet in derselben Suite. Nachdem sich McFadden bereits mit ihrem großen Hit „Es wird einmal ein Wunder geschehen“ präsentierte, säuselt Athena nun „I wanna be loved by you“ (Marilyn Monroe!) und schmachtet anschließend entsprechend jedes Mannsbild an. 

Im Dauereinsatz für Schadensbegrenzung
Dass ihre Assistentin Meike (Selina Berke) dann heimlich die alte Liebe mit Hotelpage Fiete wieder auffrischt und der gehetzte Petersen durch einen Blumenstrauß in einen falschen Verdacht kommt, wird da fast zur Nebensache, denn Direktor Dethard gerät durch immer neue Einsätze, um die Diven auseinanderzuhalten, in atemlose Not. Wie er nun händeringend versucht, die unausweichliche Katastrophe zu bewältigen, ist so himmelschreiend witzig, dass allein das Spiel des schlaksigen Chris Cuno als unbeholfener Hagestolz schon den Besuch der immer verrückter werdenden Komödie lohnt.

Wo dieser Kuddelmuddel schließlich endet und welch gar nicht unwichtige Rolle auch noch Meister Buddel dabei spielt, sei hier nicht verraten. Jedenfalls erhielt das begeisterte Publikum als Schlussnummer vom gesamten Ensemble ein Ständchen mit „Für eine Nacht voller Seligkeit“ und darauf dürfen sich nun auch die Besucher der weiteren Aufführungen freuen. Die nächsten finden bereits am Freitag und Sonntag, 11. und 13. November, jeweils um 20 Uhr statt.