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Füer! - Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven

Füer!

Wilhelmshavener Erstaufführung

FÜER!

Drama in vier Akten von Hans Ehrke

Spälbaas Heinrich Frese

Minschen
Gendarm Höwel - Heinrich Frese
Wiebke Höwel, sien Fro - Nelly Schwarting
Klas Wessel, Buer - Willi Völker
Jeppe Otzen, Buer - Adolf Marxfeld
Jochims, Buer - Johannes Nottelmann
Fäh, Buer - Christoph Janssen
Beernd, Buer - Willi Robe
de Kröger - Arno Tholen
de Krögersch - Therese Peters
Een Deenstdeern - Hildegard Onken

PRESSEMELDUNGEN

Niederdeutsche Bühne "Rüstringen"

"Füer!"" Drama in vier Akten von Hans Ehrke

von Heinz Jacobs

Als der Spälbaas der Niederdeutschen Bühne "Rüstringen", Rektor Heinrich Frese, vor einiger Zeit beim Treffen der Niederdeutschen Bühnen in Hamburg die Aufführung dieses vieraktigen plattdeutschen Dramas von Hans Ehrke sah, stand es für ihn fest, daß dies ein Werk sei, das auch die Wilhelmshavener Freunde des niederdeutschen Bühnenspiels sehen mußten. "Füer" heißt der Titel knapp und streng, und wenn das Stück auch nicht voll und ganz den Gesetzen eines Dramas entspricht, wenn ihm auch noch verschiedentlich Mängel anhaften, so beispielsweise im ersten Akt bei der reichlich langen Skatszene, so ist es dennoch wohl geeignet, die Zuschauer zu packen.

Die gestrige Aufführung war wieder einmal ein schöner Erfolg für die Niederdeutsche Bühne, abgesehen von einigen Störern, die den Sinn des Stückes vollkommen mißverstanden. Sollen doch diese Leute, die in jeder plattdeutschen Aufführung eine billige Komödie sehen, die bei den ergreifendsten Szenen in völlig unangebrachtes Gelächter verfallen, lieber zu Hause bleiben, sie rauben den ernsthaften Besuchern nur den vollen Genuß eines mit viel Arbeit einstudierten Bühnenwerkes, das eher zum Nachdenken anregen soll, als zum Lachen. Wir danken der Niederdeutschen Bühne "Rüstringen" jedenfalls, daß sie dafür sorgt, daß man in unserer schönen Heimatsprache nicht nur den Dolmetsch abgeplattelter Seemannswitze sieht.

Das Stück spielt kurz nach dem Kriege in einem Dorfe von einem Abend zum anderen. Da sitzen in der ländlichen Gastwirtschaft die Bauern Jeppe Otzen, Joachims, Fäh, Beernd und Klas Wessel. Otzen, der sich während des Krieges als Däne ausgab und gefangen nehmen ließ, liebte genau wie Klas Wessel die junge Bauerntochter Wiebke, die den Gendarm Höwel kurz vor Beendigung des Krieges heiratete. Zwischen den beiden Bauern, die nach ihrer Rückkehr kein anderes Mädchen ansahen, steht nun Feindschaft, die sich in einem stillen aber zähen Haß verzehrt. Wahrend Otzen mit zwei anderen Bauern Skat spielt, entsteht ein Streit zwischen den beiden alten Rivalen, wobei Otzen den Namen der Frau Höwels gebraucht. Es kommt zu einer schweren Auseinandersetzung, in deren Verlauf der Gendarm in dem Augenblick in das Gasthaus tritt, als Wessel eine schwere Drohung gegen Otzen ausspricht. Wessel hat während des Streites sein Feuerzeug auf dem Tisch liegen lassen, das Otzen schnell an sich nimmt und dann das Haus verläßt. Wenig später steht die Scheune Otzens in Flammen. Der Verdacht richtet sich natürgemäß gegen den jungen Wessel, der sich bei der Vernehmung durch den Gendarm immer mehr in Widersprüche verwickelt. Wiebke, die junge Frau des Gendarms, will Wessel von dem Verdacht reinigen, denn der Bauer war während der Zeit der Brandstiftung bei ihr. In einer packenden Szene gesteht die Frau nun ihrem Mann, daß Wessel während der fraglichen Zeit nicht am Tatort gewesen sein konnte. Der Gendarm bricht unter der Wucht der Erkenntnis, daß er betrogen worden ist, fast zusammen, aber er läßt der Gerechtigkeit den Lauf und legt nachher Hand an sich selbst. Das ist kurz der Inhalt des Stückes.

Im Mittelpunkt der Handlung steht der Gendarm Höwel, den Heinrich Frese in überzeugender Art darstellte. Immer ist er im Dienst, dieser alte Husar, der nur ungern die blaue Uniform ausgezogen hat, um Landjäger zu werden. Er hat eines Bauern Tochter zur Frau genommen, owohl er um Jahre älter war. Nie haben sich die Ehehleute recht verstanden. Für Höwel galt nichts als seine Dienstvorschrift. So mußte die Entfremdung kommen, und als gar der junge Bauer Wessel wiederkam, vollendete sich das Schicksal des Mannes und Soldaten Höwel. Korrekt und unbestechlich geht er seinen ihm vorgezeichneten Weg bis zum bitteren Ende. Seine Pflichtauffassung läßt ihm keinen Fingerbreit von diesem Weg abkommen. "Ik bün in´n Deenst!" dieses Wort hält ihn aufrecht, läßt keine anderen Gedanken aufkommen, und so hat Hans Ehrke mit diesem Gendarm bestes deutsches Pflichtbewußtsein verkörpert. Dieser Höwel erkennt, daß dort nichts neues wachsen kann, wo das Feuer gewütet hat, er ist ein ausgebranntes Wrack, zum zweiten Male abgehalftert, und sieht nun keinen anderen Ausweg als die Kugel.

Heinrich Frese hat mit dieser Aufführung bewiesen, daß er nicht nur ein guter Spielleiter ist, sondern auch ein Darsteller. Ihm zur Seite stand die bewährte Nelly Schwarting als Wiebke, die den Bauer Wessel liebt und Hochachtung vor ihrem Manne bekommt, als es schon zu spät ist, als sich nichts mehr ändern läßt. Frau Schwaring legte gestern abend wieder einen Beweis ihrer darstellerischen Kunst ab, die sie gerade für solche tragischen Rollen befähigt. In Willi Völker fand der Bauer Klas Wessel einen vortrefflichen Gestalter und ebenso war Adolf Marxfeld in der Verkörperung des Bauern Jeppe Otzen eine charakteristische Figur. Als Bauer waren Johannes Nottelmann, Christoph Janßen und Willi Robe beschäftigt und sie ware echt in der Sprache und im Ausdruck. Arno Tholen und Therese Peters gaben ein gutes Kröger-Ehepaar ab und in einer kleineren Rolle war Hildegard Onken als Magd beschäftigt.

Alles in allem können wir auch diesmal wieder feststellen, daß die Niederdeutsche Bühne ihre Leistungen von Aufführung zu Aufführung steigert und daß immer mehr Freunde der plattdeutschen Sprache Anteil an der niederdeutschen Bühnenarbeit nehmen.

Wir freuen uns, daß die NSG "Kraft durch Freude" am Dienstag, den 15. Februar, den Volksgenossen Gelegenheit gibt, das Drama zu sehen.