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Kunzert in Dippelshagen (Wilhelmshavener Erstaufführung) - Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven

Kunzert in Dippelshagen (Wilhelmshavener Erstaufführung)

Wilhelmshavener Erstaufführung

KUNZERT IN DIPPELSHAGEN

Komödie in drei Akten von Jep Nissen Andersen

Aufführungen im Gesellschaftshaus

Speelbaas Heinrich Frese

Minschen
Johann-Peter Puck, Schoolmester un Muskant - Adolf Marxfeld
Lina Jensen, Witwe, sien Dochter - Lotte Stehl
Gesa Jensen, ehr Dochter - Elisabeth Robbe
Chrischan Nut - Arno Tholen
Hanns Holler, Bürgermeister in Dippelshagen - Johnnes Nottelmann
Hannis Kark, Schoostergesell un Muskant - Heinrich Aden
Mieke Mett, Zeitungsfro - Therese Peters
Max Bock, Kapellmeister von eene städtische Musikschool - Willi Völker

PRESSESTIMMEN

"Kunzert in Dippelshagen"

Niederdeutsche Bühne "Rüstringen" brachte eine Dorfmusikanten-Komödie

von Theodor Murken

Wenn die Niederdeutsche Bühne "Rüstringen" dem Drama "Een van de Landstraat" im vorigen Monat gestern abend nun eine Komödie folgen ließ,so gab sie damit der Winterspielzeit nicht nur einen heiteren Ausklang, sondern sie vermittelte uns damit Jep Andersens Komödie "Kunzert in Dippelshagen" eine nette Episode aus dem Volksleben des alten Dorfes,die nicht ohne tieferen Sinn ist.

Das Stück ist eine nette Dorfmusikantenkomödie. Das Haupt der Dorfmusikanten ist der ehrbare Schuhmachermeister Johann-Peter Puck, und von den beiden anderen Musikanten der Dorfkapelle ist Chrischan Nut Schneidermeister und Hannes Kark Schustergeselle. Was die Musik betrifft, so ist er freilich noch Anfänger, dem Meister Puck und Meister Nut noch allerhand lehren müssen. "Disse paar Hauptteken mußt leren" - sagt Nut zu Hannis - "so as: "P" piano, heet "lisen" - "pp" pianissimo, heet "ganz lisen" - un "f" forte, dat heet "stark" - "ff" fortissimo, heet "heel dull". Dat hört dar mit to to´t Handwark." Worauf Hannis zufrieden und zuversichtlich meint: "Dat warr ik mit de Tiet woll allens to Kopp krigen, Meister Nut; ik bün erstmal tofreden, dat ik överhaupt en Toon ut de Fleit rutkrieg."

Schon so manches dörfliches Ereignis haben die Dorfmusikanten mit ihrer Musik verschönt. Meister Puck und Meister Nut haben schon ihre 70 Jahre auf dem Puckel, und ein halbes Jahrhundert sind sie Dorfmusikanten - sie verstehen ihre Schache, aber die Zeit ist doch an ihnen vorübergegangen. Das merken wir, als die Kapelle der Musikschule aus der Stadt ins Dorf kommt und mit einem Konzert alle Herzen gewinnt, die drei Dorfmusikanten aber, vor allem den alten Schuster, in solchen Zorn versetzten, daß der Meister den Kapellmeister aus der Stadt recht unsanft aus seinem Hause weist, als dieser bei ihm einen kleinen Schaden an seinem Schuh ausbessern läßt.

Ja, was solch eine Stadtkapelle alles anrichten kann? Was hilft es da, die Musik dieser Kapelle herabzusetzen? "Auszug aus "Der Vogelhändler", liest der alte Chrischan Nut auf dem Programm und meint: "Nich mal dat ganze Stück, blots ein Auszug", und der alte Schuhmachermeister tromepetet in das gleiche Horn: "Hebbt se sachts nich ganz kunnt und hebbt sich blots dat utsöcht, wat licht to spelen weer." und ein ander Mal "Mit keen Stück kaamt se richtig to Enn..." Es nützt ihnen wirklich nichts, gegen die Städtische Musikschule anzuknurren. Gesa, die Enkelin des alten Dorfmusikanten hat schon recht, wenn sie meint: "Awers schöön weer dat doch, to schöön."

Für sie war es im doppelten Sinne schön, denn sie hat sich bei dem Konzert auch noch in den Kapellsmeister verguckt. So fehlt es denn nicht an Möglichkeiten, eine richtige Komödie sich entspinnen zu laaaen, an deren Schluß die Dorfmusikanten von der Stadtkapelle die Waffen strecken und Gesa ihren Mann bekommt, dem ihr Herz gehört, so bleibt die Musik in der Familie. Die Musikanten der Stadt tun aber auch das Ihre zur Versöhnung, sie bringen den Dorfmusikanten zum 50jährigen Musikerjubiläum den beiden Alten ein Ständchen.

Wenn der Dichter der Komödie, Jep Andersen (die im Verlag Karl Mahnke, Verden a.d. Aller als Buch erschiehn) das Stück seinem 85-jährigen Vater, dem alten Dorfkapellmeister Jens Peter Andersen gewidmet hat, so beweist das, daß er mit diesem lustigen Stück all den wackeren Männern ein Denkmal setzen wollte, die neben ihrem Beruf auf dem Dorf ihren Mitbewohnern frohe Stunden bereiteten durch ihre Musik. Freude bereiten, war ihre Absicht. Die Dorfmusikanten sind weniger geworden. Der Rundfunk schon bringt die wertvollste Musik ins entfernteste Dorf. Zum Dorf von früher aber gehören die alten Dorfmusikanten.

"För de jungen Welt dat Warken, för dat Oller de Fierabend", dieses Wort, das Jep Andersen dem Stück vorangesetzt hat, ist hier im besonderen Maße berechtigt, und trotz allem Gegeneinander bringt der Dichter am Schluß des Stückes Alter und Jugend auf eine Linie, indem die beiden 70jährigen der Jugend den Vortritt lassen und die Junged die Alten in so schöner Weise ehrt. Stetig sich steigernd, entwickelt sich die Komödie zu einem Lobgesang auf die beglückende Musik, die auch die vielleicht bescheidene aber doch liebevoll ausgeübte Kunst der Dorfmusikanten in alle Herzen eindringen läßt.

In der gestrigen von Heinrich Frese geleiteten Aufführung im "Gesellschaftshaus" kam diese Steigerung der Komödie in den Bereichen des Lustspiels in schöner Weise zur Geltung. Wir wurden bei dieser Aufführung erinnert an Bahns Lustspiel "Konzert", das gleichfalls in so feiner Art Ernstes mit Heiterem vereint. Wir können also sagen, daß die Aufführung der Art des Stückes in jeder Weise gerecht wurde. Das gilt auch für die einzelnen Rollen, für die beiden alten Dorfmusikanten, die Adolf Marxfeld (als Johann-Peter Puck) und Arno Tholen (als Chrischan Nut) gaben, wie für den jungen Stadtkapellmeister Willi Völkers und die Handwerkerstochter Gesa von Elisabeth Robbe, die auch in dieser Rolle ein ausdrucksvolles Spiel bot (nachdem wir sie zuletzt als Madg in "För de Katt" gesehen hatten). Und das gilt nicht weniger für Lotte Stehl als Witwe Lina Jensen wie für den Bürgermeister Johannes Nottelmanns und vor allem für Therese Peters als Mieke Mett, die "Zuträgersche", die, was Mundwerk und Mimik betriftt, nicht mehr zu übertreffen war und sogar Beifall mitten in der Szene erhielt.

Freilich dürfen wir über diesen kraftvollen Ausbruch des Komödienhaften nicht die feinen Züge übersehen, die gerade die Rolle des Schustermeisters und Musikers Puck auszeichnen, und die stille Versonnenheit, die der Dichter auch dem zweiten der alten Handwerker und Muskanten, dem Chrischan Nut gegeben hat. Daß auch diese Seiten des Stückes nicht verloren gingen, dafür sorgen Adolf Marxfeld und Arno Tholen in vollendeter Weise. Schließlich bleibt noch Heinrich Aden als Schustergeselle und Musikant Hannis Kark zu nennen, der nicht minder am rechten Platz stand.

Die Niederdeutsche Bühne "Rüstringen" hat gerade mit dieser Aufführung ihre Leistungsfähigkeit bewiesen.