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Dat Whiskeyschipp (WE) - Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven

Dat Whiskeyschipp (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung

DAT WHISKEYSCHIPP

Kriminalspiel in fünf Akten von Günther Siegmund

Inszenierung: Rudolf Sang
Bühnenbild: Hannes Kaebe

Souffleuse: Erika Kaebe
Beleuchtung: Theo Pottbacker
Inspektion: Berta Herpel
Frisuren: Rudolf Helmut Kunze
Tontechnik: Günter Boye

Rollen und Darsteller
Peter Henningsen - Enno Buß
Rebekka, seine Frau - Hildegard Steffens
Godske Reimers, Bestmann - Wilhelm Pick
Helmut Gock, Matrose - Karl-Heinz Herpel
Richard Konarski - Heino Aden
Ulrike, seine Tochter - Agda Tauscher

Rudolf Rump - Horst Jönck

Wendland, Kriminalinspektor - Günter Boye

Rebekka (Hildegard Steffens) sorgt dafür, dass ihr Mann aus der gemeinsamen Koje auszieht, die Männer staunen (v.l. Heino Aden, Horst Jönck, Karl-Heinz Herpel und Enno Buß)  - eine Szene aus "Dat Whisky-Schipp" - Spielzeit 1969/70 -

PRESSESTIMMEN

Laienspieler wagten sich auf Neuland

Niederdeutsche Bühne Rüstringen Wilhelmshaven bot einen guten Krimi

Von Gustav Remmling

W i l h e l m s h a v e n. Die von der Niederdeutschen Bühne Rüstringen im Stadttheater Wilheimshaven herausgebrachte zweite Inszenierung der Spielzeit 1969/70 war für die vielen treuen Anhänger der Bühne eine echte Uberraschung. Statt der üblichen dörflichen Schwänke stand ein Krimi auf dem Programm und was für einer!

Günther Siegmund zeichnet als Autor des fünfaktigen Kriminalstücks "Dat Whiskyschipp". Ein Könner, der als langjähriger beliebter Schauspieler, Regisseur und Dramaturg der Hamburger Ohnsorg Bühne sich dort auch das Rüstzeug für einen erfolgreichen Stückeschreiber niederdeutscher Mundart erwarb. Dazu gehören Phantasie und ein untrügliches Gespür für Bühnen- und Publikumswirkung. Beides besitzt dieser Hamburger Volksschauspieler in hohem Maß, was in seinem vom ersten bis zum fünften Akt spannungsgetragenen Krimi deutlich wurde.

Es wäre unfair, den Besuchern der nachfolgenden Aufführungen durch eingehende Schilderung des Bühnengeschehens die Spannung zu nehmen. Allzu Neugierigen sei jedoch verraten, daß es sich um Rauschgiftschmuggel handelt, daß zwei Tote auf der Strecke bleiben, und daß man im letzten Akt einen überraschenden Höhepunkt erlebt.

Diesen Krimi in jeder Hinsicht bühnenwirksam vorbereitet zu haben, ist das Verdienst von Speelbas Rudolf Sang, der seine Laienspieler an ein völlig neues Genre gewöhnen mußte. Galt es doch, die bei ländlich sittlichen Schwänken üblichen darstellerischen Übertreibungen und Überspielungen auf ein dem Krimi angemessenes Maß zu reduzieren.

Karl Heinz Herpel bildete als Matrose Helmut Gock die Zentralfigur. Sein darstellerisches Talent erwies sich als stark genug, der Realistik seiner gar nicht so einfachen Rolle absolute Glaubwürdigkeit zu geben. Um ihn drehen sich die Episoden des Kapitäns der "Hilligenley", der von Enno Buß in der ungeschlachten Originalität eines echten Hamburger Frachtenschippers gemimt wurde, ferner des alten Bestmanns Godske Reimers, dem Wilhelm Pick eine knorrige, lebensechte Gestaltung verlieh. Diesem Schiffspersonal standen Heino Aden und Horst Jönck als blinde Passagiere und Rauschgiftschieber in bezwingendem Spiel gegenüber: Aden als harter Verbrechertyp und Boß, Jönck als gefügiger Helfershelfer, denen die Umstellung vom schwankmäßigen zum nüchtern spannenden Spiel glänzend gelang.

Eine zwielichtige Note verlieh Hildegard Steffens ihrer Rolle als Rebekka und Frau des Kapitäns. Schroff und kalt gab sie ihrer nicht gerade sympatisch wirkenden, aber ausgezeidmet gespielten Rolle eine zwingende Aussagekraft. Agda Tausdier wußte sich als den Matrosen Helmut liebende Gangsterboß-Tochter Ullrike an die Gegebenheiten der Krimi Atmosphäre anzupassen. Günter Boye vervollkommnete das Ensemble durch einen profiliert gespielten Kriminalinspektor.

Hervorgehoben werden muß das Bühnenbild von Hannes Kaebe. Das Premierenpublikum war vom Stück, seiner Inszenierung und vom Spiel der Darsteller beeindruckt und spendete lange anhaltenden Beifall.

Hildegard Steffens als Rebekka - "Dat Whixkyschipp" - Spielzeit 1969/70 -

Gefährliche "Blinde" auf "Hilligenley"

Niederdeutsche Bühne "Rüstringen" brachte Krimistück "Dat Whisky-Schipp"

Diesmal gibt es bei der Niederdeutschen Bühne "Rüstringen" nichts zu lachen, selbst dann nicht, wenn Enno Buß sich als Frachtschiffer und Eigentümer des Küstenfrachters "Hilligenley" mit seinem Bettzeug bewaffnet eine neue Koje sucht. Es gibt nichts zu lachen, weil der Hintergrund für diesen Umzug viel zu ernst ist. Bühnenleiter Willy Beutz tat einen guten Griff, als er das Kriminalstück "Dat Whisky- Schipp" von Günther Siegmund auf den Spielplan setzte und es von Intendant Rudolf Sang als zweite Premiere dieser Spielzeit herausbringen ließ.

Der junge Matrose Helmut Gock kommt neu an Bord des Frachters "Hilligenley" . Im Logis des Schiffes, das seinem Onkel, dem Kapitän Henningsen gehört, ereignen sich seltsame Dinge. Da ist der knurrige alte Bestmann Godske Reimers, der Vertraute des Kapitäns da taucht plötzlich die viel jüngere Frau Rebekka des Schiffseigners Henningsen auf, eine noch immer attraktiv, aber leichtlebige Schöne in ihrer letzten Blüte. Und nach einem Besuch eines Kriminalbeamten, der nach einem geflüchteten Matrosen sucht, sind plötzlich, als die "Hilligenley" schon auf der Reise nach Esbjerg ist, drei blinde Passagiere an Bord, zwei Männer und ein junges Mädchen.

Was sich nun in einem Zeitraum von 48 Stunden an Bord des Küstenfrachters abspielt, ist hoch dramatisch verdichtet. Nicht mehr der schon beinahe harmlose gelegentliche Whiskyschmuggel des Kapitäns Henningsen steht im Vordergrund, sondern den pistolenbewaffneten "Blinden" geht es um größere Beute. Daß es in dieser kurzen Zeit von nur zwei Tagen auch zwei Tote gibt, läßt die beiden Gangster kalt.

Wenn ein Spieler aus dem Ensemble herausragt dann ist es Heino Aden in seiner Rolle als Richard Konarski. Sehr oft an den berühmten Filmschauspieler Rene Deltgen erinnernd, schöpft Heino Aden die Rolle des Piraten, der sich der "Hilligenley" bemächtigt, restlos aus. Gewandt, wie ein Panther, eiskalt und ohne Skrupel selbst seiner jungen Tochter und seiner Geliebten, der Frau des Kapitäns, gegenüber, kennt dieser Gangster nur ein Ziel: das Schiff sicher in ein verabredetes Versteck zu bringen. Diese Leistung Heino Adens verdient hohes Lob.

Ebenbürtig und gleich gut in der Darstelung der triebhaften Kapitänsfrau Rebekka ist Hildegard Steffens, die ihre Rolle abseits von jeglichem Klischee zu einer glänzenden Charakterstudie machte. Enno Buß gab dem alternden Kapitän Henningsen die rauhen Züge eines vom Schicksal geprüften Seemanns in einem glaubhaften Profil und Wilhelm Pick gefiel in Maske und Ausdruck als Bestmann Godske Reimers, der einer Kugel des Gangsters Konarski zum Opfer fällt.

Als Neffe des Kapitäns macht Karl-Heinz Herpel zunächst eine etwas fragwürdige Figur. Man weiß nicht recht, ob dieser Matrose Helmut Gock zu den Gangstern hält oder zu seinem Onkel, bis der Schlußakt die überraschende Aufklärung bringt.

Horst Jönck gefiel gut in der Rolle des Komplizen des Gangsters Konarski, dessen Tochter Ulrike von Agda Tauseher routiniert und ansprechend dargestellt wurde. Günter Boye mußte sich diesmal mit der kleineren Rolle des Kriminalinspektors Wendland begnügen.

Intendant Rudolf Sang hatte das Ensemble fest im Griff, und so wurde flott gespielt. Obwohl die Lacher nicht auf ihre Kosten kamen, gefiel die Aufführung den Premierenbesuchern, die besonders auch durch das stilvolle Bühnenbild von Hannes Kaebe angesprochen wurden. Es gab viel Beifall am Schluß. bs.

Rumpf (Horst Jönck), Konarski (Heino Aden) machen Dampf. Henningsen (Enno Buß) und Gock (Karl-Heinz Herpel) bleiben aber ziemlich cool - eine spannende Szene aus "Dat Whixky-Schipp" - Spielzeit 1969/70 -

Was auf einem Kümo nicht alles passieren kann

Rebekka macht Stimmung

Von Ernst Richter

Spannung, handfesen Hunmor und deftige Situationskomik bringt die Niederdeutsche Bühne Rüstringen mit dem Kriminalstück "Dat Whiskyschipp" von Günther Siegmund in der Regie von Rudolf Sang. Die Premiere am vergangenen Sonntag im Stadttheater wurde zu einem vollen Erfolg für das Ensemble. Nach "De Spökenkiekersch" serviert also auch die zweite Inszenierung dieser Spielzeit Heiterkeit, diesmal allerdings mit einem Schuß Spannung.

Die Szene: Der "Salon" des Kümos "Hilligenley" auf der Reise nach Esbjerg. Ganz groß in Form und wie in seinem Element spielt Enno Buuß den Schipper Peter Henningsen, der voll listiger Schläue weiß, wie er mit seinem "Seelenverkäufer" doch noch gute Geschäfte machen kann: Whiskyschmuggel. Aber es kommt anders. Hildegard Steffens verdient sich für ihre Rolle der leichtlebigen Schiffersfrau Rebekka einen herzlichen Sonderapplaus. Sie bringt diese LEbedame in allen Nuancen ins Ramenlicht, mal verführerisch, dann wieder brutal egozentrisch - immer ist Stimmung, wenn Rebekka agiert.

Mit stoischer Gelassenheit stellt sich karl Heinz Herpel als Matrose Helmut Gock aus Bremen auf der Bühne vor. Die norddeutsche Wesensart nicht verleugnend, wird hier der Kontrast zu der aufgedrehten Rebekka gesetzt. Wilhelm Pick spielt den Bestmann Godske Reimers, einen Seemann von echtem Schrot und Korn. Heino Aden bringt mit der Dartellung des Richard Konarski das kriminelle Element in die Handlung, assistiert von Horst Jönck als Rudolf Rump. Agda Tauscher spielt das nicht ganz ahnungslose Töchterchen Ulrike und Günter Boye den Kriminalinspektor Wendland.

Das Stück hat fünf Aufzüge. Bis zur Pause steigt die Spannung. Dann soll aber auch noch die Liebe ins Spiel gebracht werden. Das is ein schwieriges Unterfngen. Das Spiel auf Amors seiten rutscht ins Komische ab, ohne damit aber der Handlung Abbruch zu tun. Wenn dann noch der "Kriminale" bei der Auflösung dieses Falles etwas mehr einem "Inspektor Maigret" nacheifern würde, dann... Aber, was soll dieses Wenn und ABer, diese Laienspieltruppe hat mit viel Temperament und Idealismus ein Stück auf die Bühne gestellt, das sehenswert ist und einen vergnüglichen Abend verspricht. Das Bühnenbild entwarf Hannes Kaebe.

Im Dezember folgt der niederdeutsche Schwank "In Hamborg up St. Pauli" von Wilfried Wroost.