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Överraschungen an´n Abend (WE) - Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven

Överraschungen an´n Abend (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung

ÖVERRASCHUNGEN AN´N ABEND

Lustspiel in vier Akten von Franz Rauch

Inszenierung: Gerhard Erfurt a.G.
Bühnenbild: Hannes Kaebe

Beleuchtung: Theo Pottbacker
Souffleuse: Hanna Christoffers
Inspizientin: Berta Herpel
Requisiten: Anke Weiß

Rollen und Darsteller
Helga Petermann, Angestellte - Rosi Kümmel
Lina, Angestellte bei Köhm-Kalli - Erika Kaebe
Willem Petermann, Angestellter - Klaus Aden
Krischan, Kippenmarder - Enno Buß
Tedje, de Spökenkieker - Karl-Heinz Herpel
Hein, der Schlingensäufer - Horst Jönck
Paul Andersen, Sohn von Hermann Andersen - Arnold Preuß
Kalli, "Köhm-Kalli" - Wilhelm Pick
Ein Matrose - Heinrich Müller
Hermann Andersen, Reeder - Kurt Röthel

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v.l. Arnold Preuß, Rosemaire Kümmerl

WILHELMSHAVENER ZEITUNG

Glänzender Auftakt der Spielzeit

Die Niederdeutsche Bühne mit "Överraschung an´n Abend"

von Heinz Hildebrandt

Die Niederdeutsche Bühne "Rüstringen" ist am Wochenende mit einem "Knüller" gestartet, der als glänzender Auftakt für die neue Spielzeit gelten kann. Franz Rauchs "Överraschung an'n Abend" wurde vom Publikum mit großer Freude und Begeisterung aufgenommen. Reicher Beifall galt allen Spielerinnen und Spielern, nicht zuletzt auch Gerhard Erfurt, dem Regisseur, dessen Mühe sichtbar und hörbar wurde.

Die heiter freundliche Geschichte mit der von einem Seehund und drei tüchtigen Seeleuten im Sturm geretteten "norske pike", mit Helga, ist so schlicht und schön, daß sie geradezu magisch anreizt, mit niederdeutscher Stimmung angereichert zu werden. So gelingt der Anfang in der Hafenkneipe am besten.

Hannes Kaebe hat ein vortreffliches Bühnenbild geschaffen, und drei trinkfreudige Sailors im Ruhestand beherrschen zusammen mit dem Schankwirt so intensiv das Geschehen, daß alle im Parkett und auf dem Rang angetan sind von der Dichte und Echtheit der Szenen. Enno Buß, Karl Heinz Herpel und Horst Jönck spielen das Seemannsterzett meisterhaft. Wilhelm Picks "KöhmKalli" könnte ausdrucksvoller kaum sein. Auch Heinrich Müller als Matrose, Erika Kaebe als Kallis dienstbarer Geist und das nette Liebespaar des Lustspiels Rosemarie Kümmel und Arnold Preuß tragen den 1. Akt, dessen Wirkung vorhalten muß.

Denn danach wechselt die Szene in das feudale Landhaus des reichen Reeders, wo zeitweilig auch Hochdeutsch gesprochen wird. Die Rolle des Reeders, dem das Norwegermädchen Helga zunächst nicht gut genug für seinen hoffnungsvollen Sprößling ist, bedarf eines besonders versierten Spielers, weil hier der Schlüssel zu der "Överraschung" liegt. So muß Kurt Röthel den Reeder doppelbödig bringen, damit die Überraschung total sein soll, und zwar für das glücklich liebende Paar und schließlich auch für das zweite Paar des Stücks, für Lina und Willem (Erika Kaebe und Klaus Aden).

Allen mit Recht gefeierten Darstellern ist eins gemeinsam: sie geben sich voll aus und erreichen eine beglücken de Verwirklichung der Absichten des Autors, der nichts anderes will als Freude und Unterhaltung schenken. An den bewährten Kräften der älteren Spielergeneration nehmen sich die jüngeren ein Beispiel. So gibt es eine geschlossene Leistung der "Elf" mit "Coach" Gerhard Erfurt. Das Spiel am Premierenabend endete siegreich, ohne Eigentor und ohne Abseits. Herzliche Glückwünsche den "Rüstringern"!

Das Ensemble: v.l. Arnold Preuß, Rosemarie Kümmel, Kurt Röthel, Horst Jönck, Heinrich Müller, Karl-Heinz Herpel, Enno Buß, Wilhelm Pick, Erika Kaebe und Klaus Aden

NORD-WEST-Zeitung

Eine recht heitere "Overraschung"

Gelungener Auftakt der Niederdeutschen Bühne Rüstringen

von Wilhelm Böhme.

Wilhelmshaven. Mit dem Lustspiel "Overraschung an'n Abend" von Franz Rauch eröffnete die Niederdeutsche Bühne Rüstringen ihre neue Spielzeit. Die Freunde der plattdeutschen Art erlebten bei der Premiere im Wilhelmshavener Stadttheater zwei köstlich vergnügte Stunden. Für das bereits bewährte Ensemble gab es auch in diesem amüsanten Vierakter wieder einmal Beifall auf offener Szene. Der überaus lebhafte Schlußapplaus des begeisterten Publikums erzwang bei der Premiere für den spielfreudigen Einsatz der Akteure mehrere Vorhänge.

Landesbühnen Schauspieler Gerhard Erfurt zeigt in seiner Regie ein gutes Einfühlungsvermögen. Mit leichter Hand weiß er in dieser Komödie das Ensemble selbst über handlungsarme Szenen zu leiten und in vielen kleinen Pointen den Uberqang zu einem spritzig heiteren Schlußakkord im Bühnengeschehen zu finden. Es geht in diesem niederdeutschen Lustspiel um ein inzwischen herangereiftes Findelkind, das aufgewachsen ist zwischen derb gutmütigen Seeleuten, die in einer Hafenkneipe dann über die Zuneigung ihrer "seuten Deern" zu einem Reedersohn ins Philosophieren geraten.

Bei "Köhm Kalli", dargestellt von Wilhelm Pick, fängt die ergötzliche Geschichte an. Der schon in vielen plattdeutschen Theaterrollen erprobte Laienspieler versteht es auch hier, völlig in die Haut eines Hafenkneipenwirtes zu schlüpfen und selbst aus einer recht wortkargen Art heraus Heiterkeitsausbrüche zu erwecken. Ihm zur Thekenseite steht als seine Hilfe Erika Kaebe. Resolut und glaubhaft in der von ihr demonstrierten Schlagfertigkeit mit einem "Schuß Herz" meistert sie auch in diesem Bühnenspiel wieder alle an sie gestellten Anforderungen.

Eingespannt wird sie dabei von Rosemarie Kümmel, die in überzeugender Natürlichkeit bei dieser "Överraschung an'n Abend" das Findelkind spielt. Charme und Anmut strahlt sie in den von ihr verlangten Verwandlungsszenen in eindrucksvoller Gestaltung aus. Den in sie verliebten Reedersohn verkörpert Arnold Preuß. Als Nachwuchsdarsteller bei der Niederdeutschen Bühne Rüstringen stellt dieser sich erstmals dem Publikum vor. Er verstand es, sich in seinem Part durchzusetzen.

Kurt Röthel weiß in diesem Lustspiel die Rolle des Reeders selbstgefällig und am Ende erhaben über weibliche List darzustellen. Umwerfend, bewußt dösig, fungiert hierbei Klaus Aden als sein Angestellter. Zu einem mitreißenden Vergnügen wird jedoch besonders der große Bühnenspaß durch die drei Köhmbrüder, die Enno Buß als Kippenmarder, Karl-Heinz Herpel als Spökenkieker und Horst Jönck als Schlingensäufer in zwerchfellerschütternden Typen parodieren. Als Matrose spielt dazu noch mit dem Schifferklavier Heinrich Müller auf, der mit seinen Getreuen aus der Kneipe auch das Publikum zum Taktschlagen herausforderte.

Eine empfehlenswerte Aufführung mit stilvollen Bühnenbildern von Hannes Kaebe und ein guter Start der Niederdeutschen Bühne in die neue Spielzeit, um weitere Freunde für das plattdeutsche Theater zu erobern.

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Mit 'alle Mann' auf den kleinen Matrosen (Heinrich Müller), von links Wilhelm Pick, Rosemarie Kümmel, Enno Buß, Karl-Heinz Herpel und Horst Jönck  - eine Szene aus "Överraschung an´n Avend" - Spielzeit 1973/74

Ostfriesen-Zeitung vom 11. Januar 1974

Die Niederdeutsche Bühne erfreute

Das Lustspiel "Överraschung an´n Abend" begeisterte und wird wiederholt

W i e s m o o r. Die Niederdeutsche Bühne Wiesmoor, die jetzt 20 Jahre dem Niederdeutschen Bühnenbund angehört und hier schon mit so mancher Aufführung erfreut hat, mußte zwar im vergangenen Jahr pausieren, weil ihr einige erforderliche Charakterdarsteller fehlten, doch hatte sie am Mittwochabend die Niederdeutsche Bühne Rüstringen, die mit dem Stadttheater Wilhelmshaven verbunden ist, zu einem Gastspiel nach Wiesmoor eingeladen.

Als Sprecher der Wiesmoorer Spoeldeel konnte dazu Rektor Eilers im Torfkrug auch den Präsidenten des Niederdeutschen Bühnenbundes, Willy Beutz aus Wilheimshaven, begrüßen. Eilers appellierte an alle Freunde des plattdeutschen Spiels, die selbst Lust zum Mitspielen haben, sich bei der Spoeldeel anzumelden.

Die Gäste aus Wilhelmshaven führten in Wiesmoor das vieraktige Lustspiel "Överraschung an'n Abend" von Franz Rauch auf und boten damit über den Inhalt des Stückes hinaus den Besuchern des Theaterabends allein schon durch ihre treffliche Spielweise und das gelungene Bühnenbild eine Überraschung. Die Handlung des unterhaltsamen Stückes spielt in den ersten Akten in einer kleinen norddeutschen Hafenkneipe, mit einfachen Mitteln doch recht typisch eingerichtet, selbst die Strichtafel über der Theke fehlt nicht. Die letzten Akte spielen sich in den Räumen eines Landhauses ab, bei dessen gekonnter Gestaltung die enge Beziehung der Bühne zum Stadttheater Wilhelmshaven offenbar wurde.

Um was es in der Handlung ging, kann der "Överraschung" wegen hier nur angedeutet werden. Vor allem geht es um das Liebesglück der einfachen, aber liebenswerten Angestellten Helga (Rosemarie Kümmel) mit dem Reederssohn Paul Andersen (Nachwuchsdarsteller Arnold Preuss), dem sich durch gesellschaftliche Voreingenommenheit und eigene Liebeswege des väterlichen Reeders (Kurt Röthel) einige Schwierigkeiten entgegenstellen. Es ist köstlich zu erleben, wie diese Schwierigkeiten durch mancherlei Listanwendung und mit viel deftigem Humor unter Mitwirkung des urwüchsigen Hafentrios Kippenmarder Krischan (Enno Buss), Spökenkieker Tedje (Karl Heinz Herpel) und Schlingensäufer Hein (Horst Jönck) mit Bravour überwunden werden.

Mit von der Partie sind der Kneipier Köhm Kalli" (Wilhelm Pick), dessen treffliche Angestellte Lina (Erika Kaebe), ein Schifferklavier spielender Matrose (Heinrich Müller) und der Reeder-Angestellte Willem Peterrnann (Klaus Aden). Dabei waren es vor allem immer wieder die als herrliche Hafentypen charakterisierten Darsteller des verschlagenen Krischan, des alles unzweifelhaft vorausahnenden Tedje und des verschmitzt Unmengen Alkohols verschlingenden Hein, die im Torfkrug helle Begeisterung hervorriefen. Mit ihrer Nennung sollen jedoch die Leistungen der übrigen Mitwirkenden nicht herabgesetzt werden.

Nicht zu unterschätzenden Anteil am guten Erfolg der Aufführung, die sich auch durch eine gute Beherrschung der plattdeutschen Sprache auszeichnete, hatte Gerhard Erfurt, bekannt von der Landesbühne, der meisterhaft Regie führte. Für das schon lobend erwähnte Bühnenbild zeichnete Hannes Kaebe verantwortlich, als (sicher kaum benötigte) Souffleuse agierte Hanna Christoffers. Inspizientin war Berta Herpel. Bleibt nach dem großen Beifall zu hoffen, daß die Wiederholungsaufführung am 16. Januar im Torfkrug einen vollbesetzten Saal hat.